Josef Kauper
Quick Facts
Biography
Josef Kauper (* 21. Juni 1899 in Bayreuth; † 5. November 1945 ebenda) war ein deutscher Rechtsanwalt in Nürnberg. 1945 war er von den Amerikanern eingesetzter Oberbürgermeister seiner Heimatstadt.
Leben
Kauper studierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Rechtswissenschaft. Er nahm als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil und wurde 1917 zum Unteroffizier ernannt. 1919 wurde er im Corps Onoldia recipiert. 1919 kämpfte er im Freikorps Epp gegen die Münchner Räterepublik. Im Erlanger Studentenbataillon stellte er sich im März 1920 in Nürnberg gegen die Spartakisten. 1922 wurde er in Erlangen zum Dr. iur. promoviert. 1925 ließ er sich in Nürnberg als Rechtsanwalt nieder. In der Zeit des Nationalsozialismus schrumpfte seine Mandantschaft. Seine Mutter war Jüdin. Obwohl er Frontkämpfer war, wurde er wegen seiner Abstammung angefeindet und aus Vereinen ausgeschlossen. Aus seinem Beruf gedrängt wurde er nicht. Als 2. Vorsitzender von Onoldias Philisterverein gehörte er zu den vier Ansbachern, die ihr Band unter dem Druck des Arierparagraphen „freiwillig“ niederlegten; dem Corps blieb er aber zeitlebens eng verbunden. Er entging 1944 der Kommandierung in ein Arbeitsbataillon, musste aber einige Monate Zwangsarbeit verrichten. Die Militärregierung in der Amerikanischen Besatzungszone ernannte ihn am 24. April 1945 zum Oberbürgermeister seiner Heimatstadt. Gut sechs Monate später kam er bei einem Verkehrsunfall mit 46 Jahren ums Leben. Er hinterließ seine Frau und drei Kinder. Für die Wiederaufnahme des Ansbacherbandes starb er zu früh.
Der Sohn Wolfgang wurde 1948 als Kauper 2 bei Onoldia aktiv. Er war vier Semester Chargierter (xxx.xxx.xxx.x) und mehr als zwei Jahrzehnte Vorsitzender des Corpsphilistervereins. Als Rechtsanwalt saß er mehrere Jahre in der Statutenkommission des KSCV.