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Wolfgang Sitte
Austrian pedagogue

Wolfgang Sitte

Wolfgang Sitte
The basics

Quick Facts

Intro Austrian pedagogue
Was Educator
From Austria
Field Academia
Gender male
Birth 12 December 1925, Vienna, Austria
Death 16 June 2006, Salzburg, Salzburg, Austria, Austrian Empire (aged 80 years)
Star sign Sagittarius
The details (from wikipedia)

Biography

Wolfgang Sitte (* 12. Dezember 1925 in Wien; † 16. Juni 2006 in Salzburg) war ein österreichischer Geograph und Didaktiker des Unterrichtsgegenstandes Geographie und Wirtschaftskunde.

Leben

Wolfgang Sitte wurde als zweiter Sohn in einer Beamtenfamilie in Wien geboren (Sein Vater Josef war nach der Jahrhundertwende aus Kirchberg am Walde / Waldviertel nach Wien gezogen). Sitte besuchte in Wien zunächst das Schottengymnasium, nach dessen Auflösung 1938 dann das (staatliche) Piaristengymnasium in Wien VIII. Nach Kriegsdienst, Verwundung und Kriegsgefangenschaft in den Rheinwiesenlagern und danach in Frankreich, von wo er erst 1946 heimkehrte, begann er auch aufgrund dieser Erlebnisse (sein älterer Bruder Karl war 1942 in Russland gefallen) an der Universität Wien ein Geschichtsstudium. Daneben belegte der begeisterte Bergsteiger die Fächer Geographie und Geologie. Sein Studium schloss er mit der Lehramtsprüfung (Magisterium) ab.

Es folgte ab 1952 eine Lehrtätigkeit an verschiedenen Gymnasien in Wien. Daneben beschäftigte sich Sitte mit Unterrichtsmethodik, da er neben seiner späteren Stammanstalt Gymnasium Stubenbastei auch Stunden an einer Lehrerbildungsanstalt in Wien XVIII hatte. Ende der 1960er Jahre holte ihn der Geograph Hans Bobek für die Lehrveranstaltungen zur Wirtschaftskunde und zur Methodik des Geographie und Wirtschaftskunde-Unterrichts an das Institut für Geographie der Universität Wien. Sitte gestaltete diese Nebenfachlehrveranstaltung zu den ersten Lehrveranstaltungen für Fachdidaktik Geographie und Wirtschaftskunde (GW) in Österreich um. Später wurde er auch zu verschiedenen Fachdidaktik-Lehrveranstaltungen an die Institute für Geographie an der Universität Salzburg, und bei der Gründungsphase des Instituts auch an die Universität Klagenfurt geholt. Ab 1972 lehrte er bis zu seiner Pensionierung als Professor an der Pädagogischen Akademie (heute PH) des Bundes in Wien X. In dieser Funktion war er auch in verschiedenen Lehrplanarbeitsgruppen tätig. Der S I GW-Lehrplan 1985 in Österreich wurde größtenteils von ihm konzipiert. Dieser Lehrplan leitete in Österreich den Paradigmenwechsel zu GW ein. Einflüsse seiner Schriften sind aber auch bei späteren S II Lehrplänen (etwa 1989) feststellbar. An Uni und PädAk bildete er eine ganze Generation von danach bis heute wirkenden FachdidaktikerInnen aus, wie etwa Christian Fridrich, Alfons Koller oder Maria Hofmann-Schneller u. a.

1978 gründete er die wichtigste österreichische Zeitschrift für Fachdidaktik des Unterrichtsgegenstandes „GW-UNTERRICHT“. Sittes Schrifttum ist in ihrem online-Inhaltsverzeichnis zum Teil dokumentiert. Schon vorher (ab 1963, Heft 8) war er von seinem Kollegen Walter Kranzer in die Lehrerfortbildungszeitschrift des Unterrichtsministeriums für S II Lehrer, den „Wissenschaftlichen Nachrichten“ als Spartenherausgeber des Abschnitts „Wirtschafts- und Sozialgeographie“ geholt worden. Bis Heft 131/2006 (vgl. ebenda S. 52) war er dort für diesen Abschnitt zuständig und verfasste darin eine lange Reihe von Beiträgen auch selber.

Mitte der 1970er Jahre initiierte er mit dem damaligen Studienassistenten Helmut Wohlschlägl die ersten Seminare in Fachdidaktik an einem österreichischen Universitätsinstitut. Es entstand daraus das Buch „Schulgeographie im Wandel“ Wien 1975, das die Grundlage legte für die von ihm maßgeblich initiierte spätere Reformphase des Unterrichtsgegenstandes GW in Österreich, die gerade auch durch seine Zeitschrift GW-UNTERRICHT eine breite Diskussionsplattform bekam (die heutigen Reformen in dieser Ausführlichkeit zu innovativen Anwendungsideen und einer breiten Teilnahme der Lehrerschaft leider fehlt).

An der Universität Wien gab er dann 2001 – wiederum gemeinsam mit dem inzwischen als Universitätsprofessor für Fachdidaktik zuständigen Helmut Wohlschlägl – ein eigenes „Handbuch zu GW in Österreich“ heraus, das später auch online verfügbar gemacht wurde. Daneben war Wolfgang Sitte auch als Schulbuchautor und in der Lehrerfortbildung tätig. Unter anderem initiierte er die gemeinsam mit Josef Strobl und Alfons Koller zu Ostern an der Universität Salzburg veranstalteten Geoinformatikseminare. Er war beteiligt bei der Ausrichtung des 21. Deutschen Schulgeographentages in Salzburg 1988 und des 28. Deutschen Geographentags September 2002 in Wien, wo er auch jeweils eine Arbeitsgruppe leitete.

2006 bekam er von der Universität Salzburg für sein langjähriges Wirken die Ehrendoktorwürde. Für sein Lebenswerk bekam er in diesem Jahr auch von der Österreichischen Geographischen Gesellschaft die Ehrenmitgliedschaft verliehen. In seinen letzten Lebenswochen verfasste er noch in seiner Zeitschrift eine Zusammenschau der in den "Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft" erschienenen Beiträge zur Entwicklung des Unterrichtsgegenstandes in Österreich.

Literatur

  • Hartwig Haubrich: Schulgeographie im Wandel – Spotlights zum internationalen Wandel der Ziel- und Inhaltsorientierung des Geographieunterrichts – Eine Abhandlung aus Anlass des 80. Geburtstags von W. Sitte. In: GW-Unterricht, H. 100, 2006, S. 26–32.
  • Ch. Vielhaber: Wolfgang Sitte im Gespräch: 80 Jahre – ein Leben für Geographie und Wirtschaftskunde. In: GW-Unterricht, H. 100, 2006, S. 12–25.
  • Ch. Vielhaber: Wolfgang Sitte 80 Jahre. In: Mitteilungen der österr. Geographischen Gesellschaft, Bd. 147, 2005, S. 295–300.
  • Ch. Vielhaber, H. Wohlschlägl: Zum Ableben von Wolfgang Sitte. In: Mitteilungen der österr. Geographischen Gesellschaft, Bd. 148, 2006, S. 397 ff.
  • H. Wohlschlägl, Ch. Sitte: „Geographie und Wirtschaftskunde“ – Unterricht in Österreich Mitte der achtziger Jahre. Wolfgang Sitte zum 60. Geburtstag. Sonderheft GW-Unterricht Nr. 23, 1986, 307 Seiten.
  • H. Wohlschlägl: Wolfgang Sitte zum 60. Geburtstag. In: Mitteilungen der österr. Geographischen Gesellschaft Bd. 127, 1985, S. 170–175.
The contents of this page are sourced from Wikipedia article on 11 Sep 2020. The contents are available under the CC BY-SA 4.0 license.
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