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Rudolf Agsten

Rudolf Agsten German politician

German politician
The basics
Quick Facts
Intro German politician
Was Politician
From Germany Germany
Type Politics
Gender male
Birth 31 October 1926, Leipzig, Leipzig District, German Democratic Republic
Death 20 April 2008, Bernau bei Berlin, Barnim, Brandenburg, Germany (aged 81 years)
Star sign ScorpioScorpio
Politics Free Democratic Party, Liberal Democratic Party of Germany
Rudolf Agsten
The details
Biography

Rudolf Agsten (* 31. Oktober 1926 in Leipzig; † 20. April 2008 in Bernau bei Berlin) war ein Politiker (LDPD) der DDR. Er war von 1954 bis 1989 Mitglied der Volkskammer.

Leben

Agsten wurde am 31. Oktober 1926 als Sohn eines Postangestellten in Leipzig geboren. Wegen einer Verpflichtung zum Notdienst bei und nach Bombenangriffen und der Einberufung zur Wehrmacht im Juni 1944 brach er die Oberschule im Januar 1944 ab. Bei dem Versuch, aus dem Kessel zwischen Roter Armee und US Army in der Dübener Heide auszubrechen, wurde er am 28. April 1945 durch US-Streitkräfte schwer verwundet und von ihnen in ein deutsches Reservelazarett nach Halle (Saale) transportiert. Beim Besatzungswechsel am 1. Juli 1945 wurde Agsten in sowjetische Kriegsgefangenschaft übergeben.

Bereits während der Lazarettzeit wurde er Mitglied der LDP. Nach seiner Entlassung aus dem Lazarett im März 1946 wurde er deren hauptamtlicher Mitarbeiter, zuerst im Kreisverband Halle, danach im Landesverband Sachsen-Anhalt. Zeitweilig war Agsten Leiter der ersten Landesparteischule in Schierke. Von 1948 bis 1953 wer er als Journalist tätig, u. a. als Chefredakteur der Liberal-Demokratischen Zeitung, dem inoffiziellen Parteiorgan. Im August 1953 wurde er Hauptabteilungsleiter Politik der Parteileitung in Berlin, später Sekretär des Zentralvorstandes. Agsten war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Von 1953 bis 1961 absolvierte er ein Journalistik-Fernstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Ihm folgte ein Fernstudium Außenpolitik an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft in Potsdam-Babelsberg. Von 1965 bis 1967 hatte er eine außerplanmäßige Aspirantur am Institut für Allgemeine Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg inne und wurde 1969 mit der gemeinsam mit Manfred Bogisch verfassten Arbeit Die Herausbildung der antifaschistisch-demokratischen und antiimperialistischen Grundhaltung bei den Mitgliedern der LDPD. Von der Parteigründung bis zum 1. Parteitag im Juli 1946 zum Dr. phil. promoviert. 1976 folgte die Habilitation zum Dr. sc. phil. Im gleichen war er am Zentralinstitut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften zu Berlin tätig. Facultas docendi an der Universität Leipzig. 1988 Berufung zum Honorarprofessor im Fachbereich Politisches System.

Politik

Agsten (5. v.l.) beim Besuch einer Bereitschaftspolizei-Einheit während des Mauerbaus 1961

Seit den Landtagswahlen in der DDR 1950 war Agsten Abgeordneter des Landtags Sachsen-Anhalt und dort LDP-Fraktionsvorsitzender. Nach der Verwaltungsreform 1952 war er Mitglied des Bezirkstages Halle. Von 1954 bis 1989 war er Mitglied der Volkskammer und LDPD-Fraktionsvorsitzender. Bis 1961 war Agsten im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten, die letzten zwei Jahre als Vorsitzender. Gleichzeitig war er stellvertretender Vorsitzender der Interparlamentarischen Gruppe. Im Jahr 1973 wurde er Vorsitzender des Geschäftsordnungsausschusses, und ab 1983 gehörte er dem Präsidium der Volkskammer an. Im April 1988 war er auf Einladung der FDP-Fraktion offizieller Gast des Bundestages. Zeitweilig war er zudem in verschiedenen Gremien, so den Präsidien des Friedensrates der DDR, der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft und des Journalistenverbandes, Vizepräsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft, Mitglied des Nationalrates vertreten. Die höchste Auszeichnung, die ihm in der DDR verliehen wurde, war 1986 der Stern der Völkerfreundschaft in Silber. 1982 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden in Gold. Im Oktober 1989 schied Agsten aufgrund eines Herzinfarktes aus allen gesellschaftlichen Funktionen aus.

Veröffentlichungen

  • mit Manfred Bogisch: Entscheidung für die Zukunft. Die LDPD im Kampf um die Festigung der antifaschistisch-demokratischen Ordnung und ihre Rolle bei der Gründung der DDR. Berlin 1969.
  • mit Manfred Bogisch: Bürgertum am Wendepunkt. Die Herausbildung der antifaschistisch-demokratischen und antiimperialistischen Grundhaltung bei den Mitgliedern der LDPD 1945/1946. Berlin 1970.
  • mit Manfred Bogisch: LDPD auf dem Weg in die DDR. Zur Geschichte der LDPD in den Jahren 1946 - 1949. Berlin 1974.
  • mit Manfred Bogisch: Zur Geschichte der LDPD 1949 - 1952. Berlin 1982.
  • mit Manfred Bogisch und Wilhelm Orth: LDPD. 1945 bis 1961 im festen Bündnis mit der Arbeiterklasse. Berlin 1985.
  • Liberaldemokrat seit 1945. Erinnerungen ohne Nostalgie. Berlin 2005.

Beiträge von Rudolf Agsten in „Schriften der LDPD“:

  • Heft 6: Die LDPD im Kampf um die Festigung der antifaschistisch-demokratischen Ordnung und ihre Rolle bei der Gründung der DDR.
  • Heft 11: Johannes Dieckmann, sein Weg in den Sozialismus.
  • Heft 12: Hans Loch, Beiträge zu seiner politischen Biographie.
  • Heft 14: Wilhelm Pieck – revolutionärer Kampf für die Sache des Volkes.
  • Heft 21: Über unsere Traditionen.
  • Heft 31: 40 Jahre SED – 40 Jahre Bündnis.

Literatur

  • Internationales Biographisches Archiv 46/1969 vom 3. November 1969
  • Helmut Müller-Enbergs: Agsten, Rudolf. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Traueranzeige in „Neues Deutschland“ vom 26./27. April 2008
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