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Philipp Wilhelm von Schoeller
�¶sterreichisch-ungarischer Textilunternehmer

Philipp Wilhelm von Schoeller

Philipp Wilhelm von Schoeller
The basics

Quick Facts

Intro �¶sterreichisch-ungarischer Textilunternehmer
Was Businessperson Entrepreneur
From Austria
Field Business
Gender male
Birth 20 February 1797, Düren, Germany
Death 14 May 1877, Brno, Czech Republic (aged 80 years)
Star sign Pisces
The details (from wikipedia)

Biography

Philipp Wilhelm Ritter von Schoeller (* 20. Februar 1797 in Düren; † 14. Mai 1877 in Brünn) war ein österreichisch-ungarischer Großindustrieller deutscher Herkunft in Brünn.

Leben und Wirken

Der Sohn des Dürener Tuchfabrikanten Johann Wilhelm Schoeller (1770–1812) und der Anna Elisabeth Peipers durchlief im väterlichen Betrieb eine Ausbildung zum Tuchfabrikanten und Tuchhändler und sammelte praktische Erfahrung auf Studienreisen in Belgien, Frankreich und England.

Nachdem das Königreich Lombardo-Venetien im Jahr 1817 eine Handelssperre verhängt hatte, brachen für die Familie Schoeller wichtige Handelsverbindungen zusammen. Die Gebrüder Johann Peter (1778–1838), Carl Friedrich (1784–1860) und Leopold Schoeller (1792–1884), drei Onkel von Philipp Wilhelm, ersuchten daraufhin bei Kaiser Franz I. um eine Konzession zur Gründung der Gebr. Schoeller k. k. Feintuch- und Wollwarenfabrik in Brünn, welch ihnen am 19. März 1819 erteilt wurde. Da die Brüder aber weiterhin hauptsächlich in ihren Dürener Werken tätig sein wollten, übertrugen sie das Unternehmen ab 1823 an ihren Neffen Philipp Wilhelm von Schoeller.

Philipp Wilhelm führte jetzt konsequent technische Modernisierungen ein, schaffte ein Jahr später die erste Dampfmaschine an und 1827 als erstes Unternehmen in Österreich eine Gasbeleuchtung. Durch diese Neuerungen konnten die Produktionszahlen quantitativ und qualitativ deutlich gesteigert und die Ware über teilweise familieneigene internationale Vertriebswege und Niederlassungen in Wien und Mailand erfolgreich verkauft werden. Nachdem zwischenzeitlich am 20. Juli 1833 Philipp Wilhelms Vetter Alexander von Schoeller in Wien das Großhandelshaus Schoeller & Co., aus dem später die Schoellerbank hervorging, gegründet hatte, legte Philipp Wilhelm die Wiener Niederlassung mit dem Handelshaus zusammen und wurde als Gesellschafter eingesetzt. Für seine bisherigen Verdienste um die inländische Industrie wurde Schoeller 1836 mit der Zivilehrenmedaille ausgezeichnet und errang 1839 mit seinen Produkten auf der Wiener Ausstellung die goldene Medaille. Im Jahre 1841 beschäftigte er in Brünn 700 Arbeitskräfte und beteiligte zwischenzeitlich auch seinen jüngeren Bruder Adolph (1804–1860) als Gesellschafter an seinem Unternehmen.

Ebenso wie ein Großteil seiner Verwandten investierte Schoeller auch in die aufstrebende Zuckerrübenindustrie. So erwarb er von Alexander von Schoeller Anteile an Ländereien für den Zuckerrübenanbau im böhmischen Čakovice und Čtěnice sowie im slowakischen Levice und war ebenfalls mit Alexander Mitbegründer der Zuckerfabriken in Groß-Čakovice und Vrdy bei Prag. Trotz der hohen Belastung bei der Verwaltung dieser Besitztümer übernahm Schoeller noch zahlreiche öffentliche Funktionen in Verbänden und Organisationen. So bekleidete er bereits ab 1826 das Amt des Vorsitzenden der evangelischen Gemeinde, wurde später unter anderem zum stellvertretenden Verwaltungsrat der Mährischen Excompte-Bank gewählt sowie zum Direktor der Wechselseitigen Mährischen Feuerversicherungsanstalt, der Brünner Filiale der Österreichischen Nationalbank und der Brünn-Rossitzer Eisenbahn AG berufen. Ferner war er Mitglied der Brünner Handels- und Gewerbekammer und Vizepräsident der Brünner Handelsvereinigung. In den Jahren 1848/49 gehörte er als Mitglied dem Mährischen Landtag und 1860 dem verstärkten Reichsrat an.

Für seine vielseitigen Verdienste und sein gemeinnütziges Wirken wurde Schoeller 1863 mit dem Titel eines Ritters in den erblichen Österreichischen Adelsstand erhoben.

Nach dem Tod von Philipp Wilhelm von Schoeller übernahm sein ältester Sohn Gustav von Schoeller (1830–1912), schwerpunktmäßig die Gebr. Schoeller k. k. Feintuch- und Wollwarenfabrik in Brünn, sein zweiter Sohn Philipp Johann von Schoeller (1835–1892) die Zuckerfabriken sowie beide zusammen unter anderem Anteile am Großhandelshaus Schoeller & Co in Wien.

Die beiden Töchter Auguste und Marie heirateten in die ebenfalls in der Tuch- und Zuckerindustrie tätige Unternehmerfamilie Skene ein, wobei sich Auguste mit August von Skene (1829–1892) vermählte, der unter anderem zusammen mit Alexander von Schoeller Mitbegründer der späteren Leipnik-Lundenburger Zuckerfabrik AG war. An diesem Unternehmen hielt bis 1943 das Wiener Großhandels- und Bankhaus Schoeller & Co. die Aktienmehrheit und noch bis 1988 saß mit dem Präsidenten Philipp Schoeller ebenfalls ein Familienmitglied im Management.

Literatur und Quellen

  • Constantin von Wurzbach: Schoeller, Philipp Ritter von. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 31. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1876, S. 96 f. (Digitalisat).
  • Hugo Schoeller, August Victor Schoeller: Geschichte der Familie Schoeller. 2 Bände. R. Eisenschmid, Berlin 1894. Neuauflage bei Stedman und Wallmoden, 1994, ISBN 3-980-32882-1.
  • Johann Slokar: Geschichte der österreichischen Industrie und ihrer Förderung durch Kaiser Franz I. F. Tempsky, Wien 1914.
  • Hans Freiherr von Dumreicher: 100 Jahre Haus Schoeller – aus Vergangenheit und Gegenwart. Eigenverlag, 2. Aufl. Wien 1934
  • Franz Mathis: Big Business in Österreich, Österreichische Großunternehmen in Kurzdarstellungen. Oldenbourg, München 1987, ISBN 3-486-53771-7.
  • E. Lebensaft: Schoeller, Philipp Wilhelm Ritter von. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 11, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1999, ISBN 3-7001-2803-7, S. 26.
  • Josef Mentschl: Schoeller, Philipp Wilhelm Ritter von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 367 f. (Digitalisat).
The contents of this page are sourced from Wikipedia article on 25 Apr 2020. The contents are available under the CC BY-SA 4.0 license.
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