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Matthias Katsch
German activist for sexual abuse vicitims

Matthias Katsch

Matthias Katsch
The basics

Quick Facts

Intro German activist for sexual abuse vicitims
Is Activist
From Germany
Field Activism
Gender male
Birth 1963, Berlin, Margraviate of Brandenburg
Age 59 years
The details (from wikipedia)

Biography

Matthias Katsch, 2018

Matthias Katsch (* 1963 in Berlin) ist ein deutscher Aktivist für die Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs durch Angehörige der katholischen Kirche. Er ist Mitglied im Betroffenenrat beim Unabhängigen Beauftragten für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs und als Betroffenenvertreter ständiger Gast der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Als Jugendlicher an einem Jesuiten-Kolleg selbst sexuell misshandelt, trug er seit Anfang der 2010er Jahre maßgeblich mit dazu bei, dass solche Missbrauchsfälle publik wurden und eine bis heute andauernde Aufarbeitung zumindest teilweise einsetzte.

Leben

Matthias Katsch besuchte von 1973 bis 1981 das Canisius-Kolleg Berlin (CK), ein staatlich anerkanntes, privates katholisches Gymnasium in Berlin-Tiergarten unter der Trägerschaft des Jesuitenordens. Dort wurde er 1977, im Alter von 13 Jahren, im Rahmen der außerschulischen Jugendarbeit der damaligen Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) (heute: ISG) erstmals und wiederholt durch den geistlichen Leiter, dem Jesuiten Peter R., – wie damals jahrelang andere Jungen und später auch einige Mädchen – sexuell belästigt. Im gleichen Jahr wurde er dort von einem weiteren Jesuiten, dem Sportlehrer Wolfgang S., – wie damals jahrelang zahlreiche Mitschüler – wiederholt auf sadistische Weise sexuell misshandelt.

Nach eigener Aussage von Katsch zog der sexuelle Missbrauch unter anderem Scham und Schuldgefühle nach sich und im Alter von 15 Jahren begannen „erste depressive Phasen, die sein ganzes weiteres Leben präg[t]en“. So habe er „Schwierigkeiten, sich im Arbeitsleben zurechtzufinden“ und Beziehungen seien oft gescheitert. Erst nach Aufdeckung und öffentlichem Bekanntwerden der zahlreichen weiteren Missbrauchsfälle in Jesuitenschulen und dem Kennenlernen von anderen Opfern habe er 2010/2011 einen Zusammenhang zwischen den damaligen massiven Übergriffen am Canisius-Kolleg und seinem „verlorenen Lebensglück“ herstellen können.

Katsch studierte Philosophie und Politik und schloss als Master of Arts (M.A.) und Executive Master of Business Administration (EMBA) ab. Mittlerweile ist er beruflich als Managementtrainer und Berater in betrieblichen Veränderungsprozessen tätig.

Matthias Katsch lebt und arbeitet in Offenburg.

Missbrauchsskandal 2010

Im Januar 2010 wandte sich Katsch zusammen mit zwei ehemaligen Mitschülern an den damaligen Leiter des Canisius-Kollegs (CK), Pater Klaus Mertes SJ,und berichtete über seine Erlebnisse. Mertes schickte daraufhin ein Schreiben an etwa 600 ehemalige Schüler des CK aus den 1970er und 1980er Jahren, um vermutete weitere Opfer zu ermutigen sich zu melden. Damit begann der von den Medien sogenannte „Missbrauchsskandal“. Nachdem dieser Brief am 28. Januar 2010 durch die Berliner Morgenpost veröffentlicht wurde, meldeten sich in den folgenden Wochen und Monaten Hunderte weitere Betroffene an kirchlichen und anderen Einrichtungen.

Letztlich geht das Bekanntwerden des „Missbrauchsskandals“ und das wachsende öffentliche Bewusstsein über das hohe Ausmaß sexuellen Missbrauchs in Deutschland auf die Initiative von Matthias Katsch und seinen Mitschülern zurück.

Matthias Katsch (links) als Betroffenen­vertreter in der TV-Talkshow Maischberger am 26. Sept. 2018

Katsch gründete mit anderen Betroffenen der Jesuitenschulen in Deutschland die Betroffeneninitiative Eckiger Tisch. Dieser Zusammenschluss fordert Aufklärung, Hilfe und Genugtuung, womit auch eine angemessene finanzielle Entschädigung gemeint ist.

2011 beschloss die Katholische Kirche, den Opfern von sexuellem Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche eine von ihr sogenannte „Anerkennungsleistung für das erlittene Leid“ zu gewähren. Die Leistung muss beantragt werden und kann bis zu 5.000 Euro betragen, in besonders schweren Einzelfällen auch darüber. Der Mittelwert beträgt nach einer Auswertung im Rahmen der MHG-Studie rd. 3.000 Euro. Die Jesuiten gewährten ihrerseits ihren Opfern pauschal 5.000 Euro. Auch Katsch nahm diese in Anspruch. Zugleich kritisierte er das Ausbleiben einer tatsächlichen Entschädigung und das Ausbleiben echter Gerechtigkeit.

Anfang 2018 trafen sich auf Mitinitiative von Katsch Betroffene und Aktivisten aus 15 Ländern in Genf und gründeten die internationale Vereinigung ECA – Ending Clergy Abuse, „um der Weltkirche auch global entgegen zu treten, sich gegenseitig zu unterstützen [und] Informationen auszutauschen“. Zu den Gründungsmitgliedern zählen außer Katsch weitere prominente Betroffene von sexuellem Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche wie Peter Saunders (Vereinigtes Königreich), Peter Isely (USA) und José Andrés Murillo (Chile). Katsch übernahm das Amt eines der fünf Direktoren von ECA.

2019 erhielt Katsch den Kulturpreis der Internationalen Paulusgesellschaft. Damit werde Katschs Einsatz für die Aufarbeitung sexueller Verbrechen an Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche gewürdigt.

Veröffentlichungen

  • Matthias Katsch: Es hört nicht auf, es wird nur anders. Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. In: SZ.de. Süddeutsche Zeitung, 28. Januar 2012, abgerufen am 12. Januar 2019 (Gastbeitrag). 
  • Matthias Katsch: Warum dieser Missbrauch katholisch schmeckt. In: Godehard Brüntrup, Christian Herwartz, Hermann Kügler (Hrsg.): Unheilige Macht. Der Jesuitenorden und die Missbrauchskrise. 2., durchgesehene Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2013, S. 57–70 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  • Matthias Katsch: Kapitel 7: Organisationsstruktur und -kultur; Kapitel 11: Personalführungskonzepte. In: Jörg M. Fegert, Michael Kölch, Elisa König, Daniela Harsch, Susanne Witte (Hrsg.): Schutz vor sexueller Gewalt und Übergriffen in Institutionen. Springer, Berlin 2018, ISBN 978-3-662-57359-4, S. 71–82; 119–126 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 

Medien

Filme

Literatur

  • Barbara Tambour: „Das Leben ist jetzt erst richtig“. In: Publik-Forum. 9. November 2012, Heft 21/2012 (eingeschränkte Vorschau auf publik-forum.de). 
  • Eva Müller: Richter Gottes. Die geheimen Prozesse der Kirche. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, ISBN 978-3-462-04948-0, S. 151–180 (Kapitel: 11. Die Sünde gegen das sechste Gebot. Wie die katholische Kirche sexuellen Missbrauch ahndet). 
The contents of this page are sourced from Wikipedia article on 03 Jan 2020. The contents are available under the CC BY-SA 4.0 license.
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References
https://www.morgenpost.de/berlin/article104884721/Vor-einem-Jahr-erschuetterte-ein-Brief-die-Kirche.html
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Missbrauch-Kirche-hat-die-Taeter-geschuetzt,missbrauch1458.html
https://edition.cnn.com/2018/09/25/europe/germany-catholic-church-abuse-intl/index.html
https://beauftragter-missbrauch.de/betroffenenrat/der-betroffenenrat/#MatthiasKatsch
http://www.tagesspiegel.de/politik/umgang-mit-dem-missbrauch-die-bischoefe-fahren-diese-kirche-an-die-wand/23184222.html
https://www.feinschwarz.net/sexueller-missbrauch-eine-studie-in-der-wahrnehmung-von-opfern/
https://www.ecaglobal.org/eca-founding-members/
http://www.eckiger-tisch.de
https://www.sueddeutsche.de/panorama/missbrauchsskandal-in-der-katholischen-kirche-es-hoert-nicht-auf-es-wird-nur-anders-1.1269340
https://books.google.de/books?id=U6UqDwAAQBAJ&pg=PA57&q=Matthias+Katsch#v=onepage
https://books.google.de/books?id=vzppDwAAQBAJ&pg=PA71&q=Matthias+Katsch#v=onepage
https://books.google.de/books?id=vzppDwAAQBAJ&pg=PA119&q=Matthias+Katsch#v=onepage
https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/meine-taeter-die-priester-100.html
https://www.publik-forum.de/Leben-Kultur/das-leben-ist-jetzt-erst-richtig
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Matthias_Katsch?uselang=de
http://www.eckiger-tisch.de/
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