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Mario Krammer

Mario Krammer

German medievalist and author
Mario Krammer
The basics

Quick Facts

Intro German medievalist and author
Was Medievalist Author
From Germany
Type Literature Social science
Gender male
Birth 11 July 1880, Berlin, Germany
Death 15 February 1953, Berlin, Germany (aged 72 years)
The details

Biography

Mario Krammer (* 11. Juli 1880 in Berlin; † 15. Februar 1953 ebenda) war ein deutscher Historiker.

Leben

Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte Krammer seit 1899 an der Berliner Universität, und zwischenzeitlich an der Universität Marburg, Geschichtswissenschaften. Er spezialisierte sich in der mittelalterlichen Verfassungs- und Rechtsgeschichte. Dabei schloss er sich Karl Zeumer an, der die deutsche Verfassungsgeschichte erforschte. In seiner Dissertation behandelte er die Geschichte des Kurfürstenkollegiums; anschließend vermittelte ihn Zeumer als Mitarbeiter an die Monumenta Germaniae Historica, wo er für die Herausgabe der Quellen zur älteren deutschen Geschichte zuständig war.

Krammer arbeitete für die Monumenta an der Herausgabe der Lex Salica, wobei er eine die bisherige Forschung umstürzende Auffassung veröffentlichte. Hiergegen erhob vor allem der Archivar und Rechtshistoriker Bruno Krusch als Mitglieder der Zentraldirektion der MGH energischen Widerstand. Eine gutachterliche Überprüfung führte 1915 zur Zurückziehung der bereits fertig gesetzten Edition durch die Zentraldirektion. Der Druck wurde bis auf wenige Belegexemplare in der Bibliothek der MGH eingestampft. Krammer arbeitete seit Mitte 1923 als Redakteur des Neuen Archivs der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde und betreute die im Gebäude der Preußischen Staatsbibliothek aufgestellte Bibliothek der MGH. Bereits kurz vorher erschien bei Otto von Holten ein Buch über Theodor Fontane, das Krammer in den Bereich der Kulturgeschichte rückte. Drei Jahre später erschien eine ähnliche Schrift, Die Wiedergeburt durch Lagarde. 1924 wurde er zum Regierungsrat ernannt, quittierte jedoch anschließend den Dienst, um als freier Schriftsteller zu leben. 1935 publizierte er Berlin und das Reich (2. Aufl. u.d.T. Berlin im Wandel der Jahrhunderte). Da er aus der „Reichsschrifttumskammer“ ausgeschlossen wurde, konnten die von ihm redigierten Briefe der Deutschen aus einem Jahrtausend 1943 nicht unter seinem namen erscheinen. Nach dem Ende des Nationalsozialismus beteiligte er sich am Wiederaufbau der Volkshochschule in Charlottenburg, an der er fortan regelmäßig Kurse gab. Er versuchte sich als Vertreter der deutschen Kulturnation zu positionieren, etwa durch seinen Beitrag in dem Sammelband Helden ohne Waffen von Günther Birkenfeld (1947) über Giordano Bruno, Galilei, Keppler sowie durch zahlreiche Beiträge zum Berlin-Jahrbuch. Noch kurz vor seinem Tod beteiligte er sich an einer Festschrift zum "Kongress der Lehrer und Erzieher", der 1952 in Berlin abgehalten wurde.

Veröffentlichungen

  • unveröffentlicht: Legis Salicae textus A - C Textus / [Edidit Mario Krammer]. Hannoverae: : Hahn [1915], 162 S. ([Monumenta Germaniae Historica. Leges. 1, Leges nationum Germanicarum]. Legum sectio I, Leges nationum Germanicarum; 4) Digitalisat der MGH-Bibliothek
  • Alexander von Humboldt. Mensch, Zeit, Werk. Volksverband der Bücherfreunde – Wegweiser-Verlag, Berlin u. a. 1951.
  • Berlin im Wandel der Jahrhunderte. Eine Kulturgeschichte der deutschen Hauptstadt. Ergänzt von Paul Fechter. Rembrandt-Verlag, Berlin 1956.
  • Berlin und das Reich. Die Geschichte der Reichshauptstadt. Ullstein, Berlin 1935.
  • Deutsche Briefe aus einem Jahrtausend (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 8226/32, ZDB-ID 134899-1). Zusammengestellt und erläutert. In veränderter und erweiterter Form neu herausgegeben von Hermann Kunisch. Reclam, Stuttgart 1958.
  • Das geistige und politische Berlin. Festschrift. [Zum Kongress der Lehrer und Erzieher Berlin 1952]. Redaktion: Wilhelm Jung. Zweifarbiger Druck, mit Linolschnitten von Helmut Richter. Beiträge von Ernst Reuter, Joachim Tiburtius, Mario Krammer, Paul Fechter, Hans Brennert, Ernst Lemmer, Louise Schroeder, Georg Zivier u. a. Berlin 1952.
  • Das Kurfürstenkolleg von seinen Anfängen bis zum Zusammenschluß im Renser Kurverein des Jahres 1338 (= Quellen und Studien zur Verfassungsgeschichte des Deutschen Reiches in Mittelalter und Neuzeit. Bd. 5, H. 1, ISSN 0863-0836). Böhlau, Weimar 1913.
  • Kulturgeschichte als Aufgabe der Zeit. Betrachtungen aus der Werkstatt eines Historikers (= Schriftenreihe für Volkshochschulen. H. 3, ZDB-ID 530048-4). Pädagogischer Verlag, Berlin u. a. 1949.
  • Der Reichsgedanke des staufischen Kaiserhauses. Ein Beitrag zur Staats- und Geistesgeschichte des Mittelalters (= Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte. Bd. 95, ISSN 0083-4572). Marcus, Breslau 1908.
  • Theodor Fontane. O. v. Holten, Berlin 1922.
  • Herausgeberschaft: Quellen zur Geschichte der deutschen Königswahl und des Kurfürstenkollegs. 2 Bände. Teubner, Leipzig u. a. 1911;
    • Band 1: Zur Entwicklung der Königswahl vom X. bis zum XIII. Jahrhundert.
    • Band 2: Königswahl und Kurfürstenkolleg von Rudolf von Habsburg bis zur Goldenen Bulle.

Literatur

  • Ernst Kaeber: Zu Mario Krammers Gedächtnis. In: Jahrbuch 1953 des Vereins für die Geschichte Berlins. ISSN 0174-9366, S. 9–18 mgh-bibliothek.de (PDF).
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