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Julius Hülsemann
Politician

Julius Hülsemann

Julius Hülsemann
The basics

Quick Facts

Intro Politician
Was Politician
From Germany
Field Politics
Gender male
Birth 18 October 1824, Arnstadt, Ilm-Kreis, Thuringia, Germany
Death 24 March 1888 (aged 63 years)
Star sign Libra
Julius Hülsemann
The details (from wikipedia)

Biography

Julius August Heinrich Hülsemann (* 18. Oktober 1824 in Arnstadt; † 24. März 1888 ebenda) war ein Jurist und Politiker im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Er war 16 Jahre Oberbürgermeister von Arnstadt und 9 Jahre Mitglied des Landtags in Sondershausen.

Familie

Der Vater von Julius war Johann Heinrich Christian Hülsemann (1783–1854), ein Nachkomme (in 5. Generation) des lutherischen Theologen Johann Hülsemann (1602–1661). Heinrichs Urgroßvater Johann (* 1676 in Altenburg, † 1729 in Arnstadt) war spätestens seit 1708 in Arnstadt ansässig; die männlichen Namensträger dieses Familienzweigs waren sämtlich Juristen. Heinrich selbst war Regierungsadvokat, Hof- und Kammerrat in Arnstadt.

Die Mutter von Julius war Friederike Christiane Auguste geb. Ebart (1791–1825), Tochter des Hofmedikus Friedrich Christian Wilhelm Ebart (1761–1806) in Sondershausen und seiner ersten Ehefrau Katharina Jacobina geb. Proband (1765–1798). Friederike starb fünf Monate nach der Geburt von Julius; ein Jahr später heiratete Heinrich ihre Halbschwester Luise Emilie Ebart (1804–1886). Die Kinder der ersten Ehe wurden von Emilie und Heinrichs Mutter Sophie Jacobine Hülsemann geb. Franke (1763–1848) betreut. (Die zweite Ehe blieb kinderlos.)

Julius, der Jüngste, hatte fünf Geschwister. Der Älteste war sein Bruder Wilhelm August Friedrich (1812–1862). Wilhelm hatte von 1846 bis zu seinem Tod in der Regierung des Fürstentums in Sondershausen bedeutende Positionen inne.

Die jüngste Schwester Emilie Karoline (1819–1878), genannt Lina, war mit dem Juristen und Politiker Bernhard Maempel (1816–1870) verheiratet, Sohn ihrer Tante Wilhelmine Charlotte Maempel geb. Hülsemann (1793–1858) und Cousin von Wilhelms Ehefrau Mathilde Magdalene Charlotte Rosette Margarethe Hülsemann geb. Maempel (1820–1898).

Die Schwester Theodore Friederike Jacobine (1817–1850) war mit dem Kaufmann Louis Lucius in Erfurt verheiratet.

Die älteste Schwester Emma Sophie Ernestine (1814–1889) heiratete 1835 in erster Ehe den verwitweten Gymnasiallehrer Johann Jacob Wilhelm Bärwinkel (1802–1842). Dessen Sohn Reinhold Oscar Bärwinkel (1834–1898) war dann viele Jahre Mitglied des Stadtrats – ab 1872 als dessen Vorsitzender – und des Landtags. Emma heiratete in zweiter Ehe am 20. Juli 1847 den Musiklehrer, Organisten und späteren Stadtkantor und Musikdirektor Heinrich Bernhard Stade (* 2. Mai 1816 in Ettischleben, † 29. Mai 1882 in Arnstadt).

Julius heiratete 1850 Auguste Hermine Friederi(c)ke Falke (1827–1896), Tochter seiner Tante Auguste Dorothee Henriette Falke geb. Hülsemann (1788–1873).

Das Ehepaar hatte fünf Kinder. Die Töchter Karoline Friederike Wilhelmine, genannt Frieda (1851–1896) und Helene Therese Wilhelmine (1866–1936) blieben ledig. Luise Auguste Elisabeth (* 1858) war mit Carl Bernhard von Obstfelder (1856–1929) verheiratet, Gymnasiallehrer in Arnstadt und, ab 1883, in Crossen an der Oder.

Der jüngere Sohn Heinrich Christian (* 1856 in Arnstadt, † 1925 in Sondershausen) wurde Amtsrichter in Gehren und war ab 1895 Amtsgerichtsrat in Sondershausen, 1907 Geheimer Justizrat.

Der ältere Sohn Karl Heinrich Wilhelm (* 1853 in Arnstadt, † 1932 in Sigmaringen) war zunächst Regierungsassessor in Sondershausen und Kammerdirektor bei den Grafen Stolberg-Stolberg in Stolberg. Danach war er (ab 1891) 30 Jahre in den preußischen Hohenzollernschen Landen in der Verwaltung des Besitzes der Fürsten von Hohenzollern tätig und, in deren Auftrag, in der Selbstverwaltung des Landes.

Leben

Nach dem Abitur in Arnstadt 1842 studierte Julius Hülsemann 1842–1845 Jura in Jena und Leipzig und war anschließend in Arnstadt erst Anwärter für den Justizdienst, dann Rechtsanwalt und Notar, ab 1850 Regierungsadvokat.

Er war ab 1850 Mitglied des Rats von Arnstadt, spätestens ab 1868 als dessen Vorsitzender. Im September/Oktober 1871 wurde er wegen einer Beurlaubung des Oberbürgermeisters Friedrich Emmerling zu dessen Stellvertreter bestellt. Am 27. Oktober wählte der Stadtrat ihn als Nachfolger von Emmerling für eine Amtszeit von 12 Jahren, beginnend am 1. Januar 1872, zum Ersten Bürgermeister; darauf wurde er im Mai 1872 vom Fürsten zum Oberbürgermeister ernannt. Im Juli 1883 wurde er (einstimmig) auf 12 Jahre wiedergewählt. Der Tod im März 1888 traf ihn im Amt.

Seine Amtszeit – kurz nach der Reichsgründung von 1871 beginnend – war von schneller wirtschaftlicher Entwicklung geprägt. Arnstadt wuchs von etwa 8½ Tausend auf rund 12 Tausend Einwohner. Die wachsende Arbeiterschaft war aufgrund von Landesgesetzen und, ab Oktober 1878, aufgrund des ‚Sozialistengesetzes‘ heftiger Repression ausgesetzt.

In die Zeit fielen Bauten (oder Vorarbeiten dazu) wie das neue Krankenhaus, der neue Schlachthof, die Mädchenbürgerschule (auf einem bis dahin Hülsemannschen Gartengrundstück), der Neue Friedhof, befestigte Bürgersteige, der Ersatz von hölzernen Wasserrohren durch eiserne.

Parallel zu seinem kommunalen Amt war Julius Hülsemann ab 1879 ein gewähltes Mitglied des Landtags: zunächst, aufgrund einer Nachwahl, ab Anfang 1879 in der Gruppe für die Allgemeinen Wahlen (durch Wahlmänner) und dann zweimal für die Gruppe der Höchstbesteuerten (1880–1883 und 1884–1887). Er zählte sich zu den Liberalen. 1880 und 1884 wurde er vom Landtag zum Landtagssyndikus gewählt. Er gehörte durchgehend dem Landtagsausschuss an: 1879 wurde er zum Ausschussmitglied für die Oberherrschaft gewählt; von November 1880 bis zu seinem Tod gehörte er ihm als Syndikus an.

Ehrungen

Julius Hülsemann wurde 1875 zum Rat ernannt; er erhielt im August 1880 das Schwarzburgische Ehrenkreuz III. Klasse.

Die Stadt Arnstadt ehrte ihren Oberbürgermeister mit einem Erbbegräbnis im Neuen Friedhof. Im Grabfeld 1.01 erinnert die an einer Mauer aufgestellte Grabplatte an ihn und seine Frau Hermine.

Die neue Straße, die auf das neue Krankenhaus zuführte, erhielt (spätestens 1891) den Namen Hülsemannstraße.

Im Mai 1895 wurde ein von einem Bürgerkomitee gestiftetes Denkmal eingeweiht und der Stadt übereignet. Der Obelisk steht am Eingang zu den Alteburg-Anlagen, deren Entwicklung Hülsemann befördert hatte.

Zum 100. Geburtstag wurde am Haus Kohlgasse 2 eine Gedenktafel eingeweiht: „Hier wohnte | Julius Hülsemann | Oberbürgermeister der Stadt Arnstadt | 1872–1888 | Zu seinem Gedächtnis am 100. Geburtstag | 18. Oktober 1924.“

Nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Januar 1963 sollten alle diese Ehrenbezeugungen abgeschafft werden. Tatsächlich wurde zunächst nur die Hülsemannstraße umbenannt (in Dr.-Robert-Koch-Straße). Die Gedenktafel wurde offenbar erst später demontiert (aber im Schlossmuseum aufbewahrt). Im Juli 2001 wurde eine neue Tafel (mit neuem Text) angebracht. Das Denkmal blieb unberührt. Nach einer Restaurierung ist es Ende 1998 neu eingeweiht worden.

Literatur

  • Der Deutsche. Sondershäuser Zeitung nebst Regierungs- und Intelligenzblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen. [Sondershausen: Eupel.] (unvollständiges) Digitalisat
  • Adreßbuch von Arnstadt oder Verzeichniss der Hauseigenthümer Arnstadts nach Straßen und Hausnummern. Arnstadt, 1858. Verlag der Ohlenroth'sche Hofbuchdruckerei. Digitalisat
  • Adreß- und Geschäfts-Handbuch der Stadt Arnstadt. 1891. Zusammengestellt von Fr. Hopf, Bürgermeister. Nebst einem Stadtplane. Arnstadt: Emil Frotscher o. J. Digitalisat
  • Verzeichnis der Arnstädter Abiturienten von 1765 bis 1890. In Programm des Fürstlichen Gymnasiums zu Arnstadt Ostern 1891. Progr.-Nr. 710. S. 7–25. Digitalisat
  • Stammbaum der Familie Maempel vom Jahre 1710 bis 1894. o. O., o. J. [Arnstadt]
  • Familie Hülsemann Stammtafel I. o. O., o. J. [Hrsg. Familienbund Hülsemann. 1928.]
  • Familie Hülsemann Stammtafel I A. (Nachkommen des Johann Heinrich Christian Hülsemann, VII, 1 der Stammtafel I.) o. O., o. J. [Hrsg. Familienbund Hülsemann. 1928.]
  • Familie Hülsemann Stammtafel I B. (Nachkommen des Wilhelm Friedrich Karl Hülsemann VII, 7 der Stammtafel I.) o. O., o. J. [Hrsg. Familienbund Hülsemann. 1929.]
  • Hülsemann-Bundesblatt, hrsg. v. Familienbund Hülsemann. Jg. 1ff., (Heft-) Nr. 1ff. Arnstadt 1928ff.
  • Fritz Schörnig, Gelesen – erzählt – erlebt. Aus der Geschichte der sozialen Kämpfe und der Arbeiterbewegung der Kreise Arnstadt und Ilmenau. Hrsg. SED-Kreisleitung Arnstadt und SED-Kreisleitung Ilmenau, Kommission zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung. o. O., o. J. [1961 oder 1962.]
  • Andrea Ziegenhardt: Ein fast Vergessener – Julius Hülsemann. In Aus der Vergangenheit von Arnstadt und Umgebung. Ein heimatkundliches Lesebuch. Nr. 2. Arnstadt 1992, S. 38f.
  • Andrea Ziegenhardt: Das Hülsemann-Denkmal. In Aus der Vergangenheit von Arnstadt und Umgebung. Ein heimatkundliches Lesebuch. Nr. 2. Arnstadt 1992, S. 40f.
  • Thüringer Pfarrerbuch, Band 2: Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. 1997. ISBN 3-7686-4148-1
  • Jochen Lengemann (Mitarbeit: Karl-Heinz Becker, Jens Beger, Christa Hirschler, Andrea Ziegenhardt), Landtag und Gebietsvertretung von Schwarzburg-Sondershausen 1843–1923. Biographisches Handbuch. 1998. ISBN 3-437-35368-3 (darin Kurzbiographie mit Porträt, S. 195.)
  • Chronik von Arnstadt. Zeittafel/Lexikon. Festschrift zur 1300-Jahrfeier der Stadt Arnstadt, hrsg. v. Andrea Kirchschlager, Ulrich Lappe u. Peter Unger. 2003. ISBN 3-934277-07-1 (darin Kurzbiographie mit Porträt, S. 294f.)
  • Klaus Reinhold, Chronik Arnstadt 704–2004. 1300 Jahre Arnstadt. 2. erweiterte und verbesserte Aufl. o. O., o. J. Band 1 (S. 1–514); Band 2 (S. 519–1040); Band 3 (S. 1041–1558); Band 4 (S. 1559–2076).
  • Bürgerbuch der Stadt Arnstadt 1566–1699 bearbeitet und aus Kirchenbüchern und anderen Quellen ergänzt von Andrea Kirchschlager. 2011. ISBN 978-3937230-17-7
  • Bürgerbuch der Stadt Arnstadt 1700–1753 bearbeitet und aus den Kirchenbüchern, anderen Quellen und Literatur ergänzt von Andrea Kirchschlager. 2016. ISBN 978-3937230-25-2
  • Andrea Kirchschlager, Bürgermeister und Rat der Stadt Arnstadt vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Festschrift anläßlich der 750-Jahrfeier der Verleihung des Stadtrechts an Arnstadt am 21. April 1266 durch Abt Heinrich von Hersfeld. Arnstadt: Verlag Kirchschlager 2016. (darin Kurzbiographie mit Porträt, S. 68–70.)
  • Bürgerbuch der Stadt Arnstadt 1753–1797 bearbeitet und aus den Kirchenbüchern, sowie anderen Quellen und Literatur ergänzt von Andrea Kirchschlager. 2019. ISBN 978-3937230-34-4
The contents of this page are sourced from Wikipedia article on 14 Jul 2020. The contents are available under the CC BY-SA 4.0 license.
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