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Josef Vitus Becher

Josef Vitus Becher

Josef Vitus Becher
The basics

Quick Facts

Was Pharmacist
From Czech Republic
Type Healthcare
Gender male
Birth 17 September 1769, Karlovy Vary, Karlovy Vary District, Karlovy Vary Region, Czech Republic
Death 27 July 1860 (aged 90 years)
The details (from wikipedia)

Biography

Josef Vitus Becher (* 17. September 1769 in Karlsbad, Österreich-Ungarn; † 27. Juli 1860 ebenda) war ein Apotheker und Erstproduzent des „Karlsbader Becherbitter“, seit 1997 Becherovka genannt.

Herkunft

Die Familie der Becher war seit dem Jahr 1530 in Karlsbad, damals ein Grundbesitz der Burg Elbogen in Westböhmen, als Arzneihersteller und Arzneimittelhändler ansässig, deren erfolgreichstes Produkt der „Karlsbader Becherbitter“ war.

Bekannte Familienangehörige

Georg Becher (1600–1692) Apotheker, 1634 Ratsherr und Senator, 1638–1672 Bürgermeister der Stadt Karlsbad; Dr.med. David Becher (1725– 1792), (Sohn des Kaufmanns Leopold Becher), trennte Mitte des 18. Jahrhunderts aus dem Quellwasser des Karlsbader „Sprudel“ durch Destillation das Handelsprodukt Sprudelsalz und gab 1772 die Schrift „Neue Abhandlungen vom Carlsbade“ in drei Bänden heraus; Andreas Wenzel Becher (1649–1741), Absolvent der Lateinschule in Eger, Magister in Prag, übernahm 1678 die Apotheke „Zum weißen Adler“ und war 1693–1713 Bürgermeister in Karlsbad; Franz Xaver Becher (1765–1873), Großkaufmann und Inhaber eines in Pilsen gegründeten Handelshauses; Siegfried Becher (1806–1873), Nationalökonom und Ministerialrat in Wien und der Politiker Walter Becher (1912–2005), welcher durch Jahre die Sudetendeutsche Landsmannschaft als Sprecher vertrat.

Leben

Becher begann Anfang des 19. Jahrhunderts in dem aufstrebenden Kurort Karlsbad mit der Herstellung eines Bitterlikörs, einer grünlich gelben Alkohol-Gewürzmischung, die ein Verkaufserfolg wurde und in abgeflachten, grünen Flaschen in den Handel kam. Dieser „Becherbitter“ wurde gekonnt auf den Markt gebracht, erhielt zahlreiche Prämien und im Jahr 1900 bei der Weltausstellung in Paris einen ersten Preis. Es gab immer wieder Nachahmer dieses Likörs und Streitigkeiten wegen der genauen Rezeptur. 1901 wurde „Karlsbader Becherbitter“ in Eger in der Monarchie Österreich-Ungarn als geschützter Markenname bei der Handelskammer eingetragen und die Firma in das Handelsregister aufgenommen.

Der Likör, erstmals nach einer geheimgehaltenen Rezeptur von Josef Vitus Becher hergestellt, wurde seit 1807 „Englischbitter“, später „Karlsbader Becherbitter“ genannt. Seit 1841 begann Josef Vitus Becher seinen Sohn Johann Becher, (* 5. April 1815; † 1. April 1896, tschechisch auch Jan Becher) in die Produktion einzubinden. Dieser ließ 1867 nach dem Tod des Vaters den Fabrikationsbetrieb vergrößern, organisierte den stark ansteigenden Export des „Karlsbader Becherbitter“ und erhielt kurz vor seinem Tod im Jahr 1896 die Ernennung zum kaiserlich-königlichen Hoflieferanten.

Die Erben des Unternehmens

Die Enkelin Hedda Baier-Becher, Erbin des Unternehmens in Karlsbad, wurden nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 durch die Beneš-Dekrete der Tschechoslowakei enteignet, ging mit ihrer Familie als Heimatvertriebene nach Köln in der Bundesrepublik Deutschland und gründeten im Besitz des Originalrezept des Becherbitter die Firma „Johann Becher OHG Likörfabrik“. In Karlsbad in der Tschechoslowakei kam die Produktion des Likörs zum Erliegen, wurde aber 1997, nach der Gründung Tschechiens als GmbH wieder aktiviert und stellt einen Kräuterbitterlikör unter dem Namen Becherovka her. Ein Museum in Karlovy Vary, dem früheren Karlsbad, zeigt Erinnerungsstücke an die Familie Becher.

Literatur

  • Bohemia Jahrbuch des Collegium Carolinum (Institut), 12, München 1973
  • Karl Ludwig: Geschichte der Familie Becher in Karlsbad, 1923. Anmerkung: Dr. Karl Ludwig (1868–1931) war Archivar der Stadt Karlsbad
  • Die Grossindustrie Österreichs 3, 1908
  • Josef Weinmann: Egerländer Biografisches Lexikon mit ausgewählten Personen aus dem ehemaligen Regierungs-Bezirk Eger, Band I, Männedorf/ZH, 1985, Namensträger Becher aus Karlsbad Seite 66 und 68
  • Biographisches Lexikon zur Geschichte der Böhmischen Länder, Band I, herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum (Institut), von Heribert Sturm, R.Oldenbourg Verlag München Wien 1979, Seite 64, ISBN 3 486 49491 0
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