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Johann Baptist Verda von Verdenberg
ïżœ¶sterreichischer Hofkanzler

Johann Baptist Verda von Verdenberg

Johann Baptist Verda von Verdenberg
The basics

Quick Facts

Intro ïżœ¶sterreichischer Hofkanzler
From Austria
Gender male
Birth 1582
Death 15 November 1648, Vienna, Austria (aged 66 years)
The details (from wikipedia)

Biography

Johann Baptist Verda, seit 1623 Freiherr von Verdenberg, auch Werdenberg, seit 1630 Graf von Werdenberg zu Namiest, (* um 1582; † 15. November 1648 in Wien) war der erste Hofkanzler fĂŒr Ober- und Unterösterreich, Diplomat und enger Vertrauter von Ferdinand II.

Leben

Die wohl bĂŒrgerliche Familie Verda, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen KĂŒnstlerfamilie, stammte aus Como. Der Vater, ein Jurist, siedelte sich nach seiner Heirat in Görz an. Johann Baptist besuchte zusammen mit seinem Bruder zur schulischen Ausbildung das Jesuitenkolleg in Graz. Dort begann er auch ein Studium der Philosophie, ehe er seit 1603 in Pavia Rechtswissenschaften studierte. Er beendete das Studium als Doktor der Rechte. Seit 1607 arbeitete er fĂŒr den Hof Ferdinands II. in Innerösterreich. Er arbeitete im Bereich der Hofkammer und stieg dort zum Prokurator auf.

Als Ferdinand als Kaiser nach Wien zog, folgte ihm Verda und zahlreiche andere vertraute Mitarbeiter. Verda wurde zum Geheimen Rat und zum ersten österreichischen Hofkanzler ernannt. Dieses neue Amt sollte die Basis fĂŒr eine von den StĂ€nden unabhĂ€ngige Verwaltung des Landesherren darstellen. Verda bekleidete es seit 1619 oder 1620. Er war maßgeblich an der Abfassung der absolutistisch orientierten Verneuerten Landesordnung fĂŒr Böhmen beteiligt.

WĂ€hrend des dreißigjĂ€hrigen Krieges zĂ€hlte er zu der sogenannten „friedlĂ€ndischen“ Hofpartei, die mit Wallenstein verbunden war. Wohl wegen dieser NĂ€he war er 1630 zusammen mit Gerhard von Questenberg zur Zeit des Regensburger KurfĂŒrstentages Verbindungsmann zwischen dem Kaiser und Wallenstein und verhandelte mit diesem ĂŒber bestimmte ZugestĂ€ndnisse, um Wallenstein nicht wie von den KurfĂŒrsten verlangt, entlassen zu mĂŒssen. Diese hielten aber an ihrer Forderung fest und Verda hatte dem General das Absetzungsschreiben zu ĂŒbergeben. SpĂ€ter verhandelte er mit ihm ĂŒber die Bedingungen fĂŒr die erneute Übernahme des Generalats. Im Zuge der Intrigen gegen Wallenstein, die schließlich zu dessen Ermordung fĂŒhrten, wechselte Verda die Fronten und brandmarkte ihn vor den StĂ€nden von Niederösterreich zum VerrĂ€ter und Rebellen.

Stark beteiligt war er an den Verhandlungen mit Johann Georg I. von Sachsen, die 1636 schließlich zum Frieden von Prag fĂŒhrten. Im Jahr 1636 wurde er mit einer erfolglosen diplomatischen Mission nach England betraut. Er war einer der wenigen Vertrauten, die 1637 zum Sterbelager Ferdinand II. zugelassen wurden. Nach dem Tod Ferdinands trat er von seinem Posten als Hofkanzler zurĂŒck, blieb aber geheimer Rat. Seit 1646 nahm er an den Sitzungen des Geheimen Rates nicht mehr teil, sondern zog sich auf seine GĂŒter in Böhmen zurĂŒck.

Verda nutzte seine Verbindungen fĂŒr den Erwerb zahlreicher GĂŒter und Herrschaften und profitierte unter anderem von der Konfiskation von Besitzungen ehemaliger UnterstĂŒtzer des böhmischen Aufstandes. Teilweise ließ er die HerrenhĂ€user seiner Besitzungen wie in Schloss Grafenegg im Stil der Zeit umbauen. In Wien besaß er ein Palais an der Stelle des Schwarzenbergische Palais am Neuen Markt. Von Wallenstein erwarb er das Schloss Namiest mit der zugehörigen Herrschaft.

Als Herrschaftsbesitzer gehörte er zahlreichen StĂ€ndeversammlungen so in Görz, dort war er seit 1626 Erbstallmeister, in der Steiermark, Niederösterreich, Krain, MĂ€hren, KĂ€rnten und Oberösterreich an. Im Jahr 1623 wurde er zum Freiherren von Verdenberg erhoben. Seit 1629 war er kaiserlicher KĂ€mmerer. Ferdinand II. erhob die Herrschaft Namiest 1630 zur Grafschaft. Das ihm verliehene Wappen fĂŒhrte im Herzschild die Kirchenfahne des 1534 erloschenen, alten hochadligen Grafenhauses Werdenberg, obwohl er mit diesem nichts zu tun hatte.

In der Michaelskirche in Wien ließ er im barocken Stil eine GrabstĂ€tte erbauen. Er förderte großzĂŒgig den Orden der Barnabiten, die zu seiner Zeit auch die Michaelskirche innehatten. Den Nordchor der Michaelskirche hat er auf seine Kosten umgestalten lassen. Auch anderswo trat er als Stifter auf. So geht auf ihn das heute als Bezirksmuseum genutzte Kapuzinerkloster in Mödling, eine Kirche und ein Spital in Straß im Straßertale und eine Kirche in Namiest zurĂŒck. In Görz stiftete er ein Seminar fĂŒr verarmte adelige Jugendliche.

Er hinterließ drei BĂ€nde mit handschriftlichen Aufzeichnungen aus der Zeit zwischen 1602 und 1647. Als Figur taucht er in Schillers StĂŒck Wallenstein auf.

Die Nachkommenschaft des Johann Baptist Verda von Verdenberg setzte sich mit den Grafen von Werdenberg zu Namiest bis ins 18. Jahrhundert fort. Nach dem Erlöschen dieser Linie im Mannesstamm erlangten die FĂŒrsten Lichnowsky 1846 durch ein österreichisches Anerkennungsdiplom die Namens- und Wappenvereinigung mit den Werdenberg und nannten sich seither "FĂŒrst Lichnowsky, Graf von Werdenberg, Edler Herr von Woschtitz".

Familie

Im Jahr 1614 heiratete er Maria Katharina von Coronini zu Cronberg († 1660). Der Ehe entstammten vier Kinder, von denen drei den Vater ĂŒberlebten:

  • Anna Camilla (1620–1665) ∞ Adrian von Enkevort (1603–1663)
  • Eleonore Catharina (* 1630) ∞ Graf Peter von Ugarte (1625–1679) (Sohn des Stadtkommandanten von Wien)
  • Maria CĂ€cilia ∞ Graf Johann Christoph von Herberstein
  • Luzia Petronilla
  • Johann Ferdinand (* 1615; † 27. MĂ€rz 1666) ∞ Catharina Elisabeth von Herberstein (Tochter von Johann Christoph)

Kaiser Ferdinand II. und seine Frau waren 1615 Paten fĂŒr den Sohn Verdas.

Die Erwerbungen Verdenbergs, Schloss Namiest in Böhmen sowie die niederösterreichischen GĂŒter Schloss Grafenegg, Schloss Seebarn in Grafenwörth und Burg Schönberg, kamen spĂ€ter im Erbgang an die Grafen von Enckevort.

Literatur

  • Harald Tesch: Österreichische Selbstzeugnisse des SpĂ€tmittelalters und der frĂŒhen Neuzeit 1400–1650. Wien 1998, ISBN 3-205-98851-5, S. 634–635.
  • Klaus Conermann (Hrsg.): Martin Opitz: Briefwechsel und Lebenszeugnisse. Berlin 2009, ISBN 978-3-11-017907-1, S. 1346f.
The contents of this page are sourced from Wikipedia article on 18 Apr 2020. The contents are available under the CC BY-SA 4.0 license.
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