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About Irene Kafka: Translator (1888 - 1942) | Biography, Facts, Career, Life
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Irene Kafka
The basics

Quick Facts

Was Translator
From Czech Republic
Gender female
Birth 1 September 1888, Ostrava, Ostrava-City District, Moravian-Silesian Region, Czech Republic
Death 9 May 1942, Ravensbrück concentration camp (aged 53 years)
The details (from wikipedia)

Biography

Irene Kafka (* 1. September 1888 in Mährisch-Ostrau; † 9. Mai 1942 in Ravensbrück) war eine in Wien lebende Übersetzerin und Lyrikerin.

Leben und Werk

Obwohl Irene Kafka einige populäre Werke aus dem Französischen und Englischen übersetzt hat, ist über sie nur noch wenig bekannt. So hat sie 1927 die deutschsprachige Erstausgabe von Agatha Christies drittem Kriminalroman "Murder on the Links", der damals unter dem Titel Mord auf dem Golfplatz im Georg Müller Verlag (München) veröffentlicht wurde, übersetzt. Es war dies Christies erster ins Deutsche übertragene Roman. Auch die Übersetzung der deutschsprachigen Erstausgabe von Agatha Christies zweitem Kriminalroman "The Secret Adversary", der 1932 unter dem Titel Die Abenteurer-G.m.b.H. im Goldmann Verlag Leipzig veröffentlicht wurde, stammt von Irene Kafka.

Neben ihren Übersetzungen von Werken Maurice Barings, Julien Greens, Robert Hichens', Francis de Miomandres, Pierre Lotis, Molieres, Alfred de Mussets, Arthur John Rees' und Pierre de Ronsards erschienen Ende der 1920er- und Anfang der 1930er-Jahre in der Neuen Freien Presse sowie im Neuen Wiener Tagblatt Kafkas Übersetzungen einzelner Gedichte von Jules Romains, Marcel Proust, Émile Verhaeren, aber auch einige ihrer eigenen Gedichte.

In James Joyces Leben und Werk hat sie durch die am 19. Juli 1931 in der Frankfurter Zeitung veröffentlichte Erzählung "Vielleicht ein Traum" (Originaltitel: "Perchance A Dream") Spuren hinterlassen, weil dieses von ihr übersetzte, aber von Michael Joyce stammende Werk unter James Joyces Namen veröffentlicht wurde, worin dieser den vorsätzlichen Missbrauch seines Namens sah: "Vielleicht ein Traum aber gewiss eine Schweinerei'".

Am 17. August 1931 erklärte Irene Kafka, die sich übrigens laut Julien Green diesem als Schwester von Franz Kafka vorgestellt haben soll, obwohl sie eine etwas weitläufigere Verwandte war, in einem (auf Papier des Wiener "Hotel de France") geschriebenen Brief Joyces Anwälten, wie es dazu gekommen war, dass die Frankfurter Zeitung ihre Übersetzung von Michael Joyces Erzählung unter James Joyces Namen veröffentlicht hat.

Mark Harman, der 1998 Franz Kafkas Das Schloss und 2008 dessen Amerika ins Amerikanische übersetzt hat, findet folgende Anspielung auf Irene Kafka in "Finnegans Wake":

James Joyce

„might appear to be alluding to the Prague writer when he refers disparagingly in Finnegans Wake to the "magpyre's babble towers." Kafka can mean magpie in Czech, and Kafka wrote a story about the Tower of Babel. The Kafka in question in the Wake, however, is probably not Franz but Irene, the translator, who is getting her comeuppance for mixing up the two Joyces.“

Damit ist Harman allerdings einer in den angelsächsischen Ländern verbreiteten Fehlübersetzung des Namens "Kafka" aufgesessen: "kavka" heißt im Englischen nicht "magpie" ("black-billed magpie", Elster) sondern „daw“ beziehungsweise „jackdaw“ (Dohle), die dem Vernehmen nach auch im Kafkaschen Familienemblem zu sehen war.

Als Fritz von Herzmanovsky-Orlando im Frühjahr 1935 Bearbeiter für die Dialoge seines Bühnenstückes Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter sucht, wird ihm von Fritz Horwitz, dem früheren Prokuristen des Wiener A. Wolf Verlages die "sehr bekannte Übersetzerin (französ.) Irene Kafka" empfohlen, die sich gemeinsam mit Paul Fent (eigentlich Paul Frankfurter) bereit erklärt hat, "die Dialogbearbeitung event. zu übernehmen, doch müssten sie das Manuskript vorerst sehen." Weiters schreibt Horwitz, dass er Herzmanovsky-Orlandos "Bedenken wegen polit. und rassischer Unbescholtenheit" der Bearbeiter nicht teile, da diese "ja nicht unbedingt genannt sein" müssten. Allerdings äußert Herzmanovsky-Orlando, der seit 1932 Mitglied der NSDAP (Auslandsorganisation) war, am 27. April 1935 Hermann Schleichert vom Münchner Neuzeit-Verlag gegenüber brieflich Bedenken, weil er "nichts über die Stammeszugehörigkeit beider Autoren" wisse.

Irene Kafka, die mit ihrem Mann Ferdinand Kafka im Hochhaus Herrengasse gelebt hat, wurde am 7. Mai 1940 wegen "Gräuelpropaganda" ("schriftstellerische Tätigkeit für deutschfeindliche Auslandszeitungen") festgenommen und am 9. Mai 1942 im KZ Ravensbrück ermordet.

Fotografie

  • Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Nicht mehr anonym. Fotos aus der Erkennungsdienstlichen Kartei der Gestapo Wien: Irene Kafka.

Literatur

  • Andreas Weigel: Irene Kafka. In: Ilse Korotin (Hrsg.): biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Böhlau Wien (2016). 4 Bände. Band 2. S. 1537. ISBN 978-3-205-79590-2.

Anmerkungen


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