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Germany
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Horst Samson

Horst Samson

German journalist and translator
The basics
Quick Facts
Intro German journalist and translator
Countries Germany
Occupations Journalist Translator Writer
Gender male
Birth 1954
Politics Romanian Social Democratic Party
Horst Samson
The details
Biography

Horst Samson (* 4. Juni 1954 in Salcâmi, Volksrepublik Rumänien) ist ein rumäniendeutscher Schriftsteller und Journalist.

Leben und Werk

Horst Samson wurde in der Bărăgansteppe geboren, da seine Eltern, die aus dem Banater Dorf Teremia Mică (deutsch Albrechtsflor) stammten, durch die Deportation in die Bărăgan-Steppe zwangsumgesiedelt worden waren. Seine Kindheit verbrachte Samson ab 1956 in Teremia Mică. Nach der Grundschule besuchte er das deutschsprachige Pädagogische Lyzeum in Hermannstadt.

Von Beruf ist Samson Lehrer und Diplom-Journalist. Zwischen 1978 und 1983 absolvierte er ein Fernstudium an der Bukarester Journalistikfakultät der Academia „Ștefan Gheorghiu“.

Samson schreibt in erster Linie Lyrik, die seit 1976 in Anthologien und Literaturzeitschriften und als Langspielplatten veröffentlicht wurde. Er debütierte 1978 mit dem Gedichtband „Der blaue Wasserjunge“. 1977 bis 1984 war er Redakteur der Neuen Banater Zeitung und anschließend, bis 1987, Temeswarer Redaktionsvertreter und Redakteur der Zeitschrift Neue Literatur, die in Bukarest vom rumänischen Schriftstellerverband herausgegeben wurde. Von 1981 war Samson Sekretär des „Adam-Müller-Guttenbrunn“-Literaturkreises (Temeswar). Mitbegründer und Leiter des Kreises war Nikolaus Berwanger, der 1984 von einer Reise in die BRD nicht mehr nach Rumänien zurückkehrte. Im September 1984 unterzeichnete Samson zusammen mit den Schriftstellern Richard Wagner, Herta Müller, William Totok, Johann Lippet, Balthasar Waitz und Helmuth Frauendorfer einen Beschwerdebrief an den Ersten Sekretär des Temescher Kreisparteikomitees, Cornel Pacoste, und an den damaligen Vorsitzenden des Rumänischen Schriftstellerverbands (Uniunea Scriitorilor din Romania, USL), Dumitru Radu Popescu. Es folgte eine für den 12. Oktober angesetzte schriftliche Vorladung im Büro des Propagandasekretärs Eugen Florescu. Erwartet wurden die Unterzeichner von Eugen Florescu, Ion Iancu, Oberst Cristescu, Chef des Temeswarer Sicherheitsdienstes, und Anghel Dumbrăveanu, damals Vorsitzender der Temeswarer Abteilung der USL. Samson, selbst Mitglied in der Rumänischen Kommunistischen Partei, kritisierte in der Anhörung als Sprecher der Gruppe die zunehmende Einschränkung der kulturellen Entfaltungsmöglichkeiten der Deutschen in Rumänien und legte einen Forderungskatalog vor. Die Repräsentanten der Partei und des rumänischen Geheimdienstes Securitate reagierten hierauf mit Beschimpfungen und drohten der Gruppe mit Verhaftung und Prozess. In der Folge löste sich der Kreis auf.

Preis-Rede Horst Samsons, 1982

1985 stellte Samson zusammen mit seiner Familie den Antrag zur endgültigen Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland. Im März 1986 nahm der Druck auf Samson seitens der Securitate stark zu. Neben einem Veröffentlichungsverbot war Samson weiteren Repressalien und Bedrohungen ausgesetzt. In den Akten der Securitate wurde Samson als „schädliches Element“ und „westdeutscher Spion“ geführt. Von 1984 bis zu seiner Ausreise im März 1987 war er als Redakteur bei der Bukarester Zeitschrift Neue Literatur tätig.

Horst Samson zählt zu den bedeutenden Repräsentanten der rumäniendeutschen Literatur. Er übersetzte Gedichte aus der Rumänischen Sprache von Petre Stoica, Mircea Dinescu, Marin Sorescu, Nichita Stănescu, Traian T. Cosovei, Nicolae Popa, Mariana Marin und anderen. Samson ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS), im Internationalen P.E.N. und war von 2006 bis 2014 Generalsekretär des Internationalen Exil-P.E.N. – Sektion deutschsprachige Länder.

Zu seinem 60. Geburtstag 2014 widmete ihm die Literaturzeitschrift Bawülon des Pop Verlags eine Ausgabe, in der neben einem Interview mit dem Lyriker und einigen seiner Essays und Gedichte auch Kunst von ihm zu sehen ist.

Horst Samson lebt in Neuberg (Hessen) und arbeitet als Redaktionsleiter des 1851 gegründeten Bad Vilbeler Anzeigers.

Veröffentlichungen

Einzeltitel

  • Der blaue Wasserjunge. Facla Verlag, Temeswar 1978.
  • Tiefflug. Dacia Verlag, Klausenburg 1981.
  • Reibfläche. Kriterion Verlag, Bukarest 1982.
  • Lebraum. Dacia Verlag, Klausenburg 1985.
  • Wer springt schon aus der Schiene. Privatdruck. Nosmas Verlag, Neuberg 1991.
  • Was noch blieb von Edom. Nosmas Verlag, Neuberg 1994.
  • La Victoire. Poem. Lyrikedition 2000, München 2003.
  • Und wenn du willst, vergiss. Pop Verlag, Ludwigsburg 2010.
  • Kein Schweigen bleibt ungehört. Pop Verlag, Ludwigsburg 2013.
  • Das Imaginäre und unsere Anwesenheit darin. Pop Verlag, Ludwigsburg 2014.

Herausgeber

  • Salman Rushdie: Die Satanischen Verse. (mit Hans Magnus Enzensberger, Günter Grass, Günter Wallraff und anderen) Artikel 19 Verlag, 1988.
  • Pflastersteine. Jahrbuch des Literaturkreises Adam Müller Guttenbrunn. (mit Nikolaus Berwanger und Eduard Schneider), Temeswar (Rumänien) 1982.
  • Heimat – gerettete Zunge. Visionen und Fiktionen deutschsprachiger Autoren aus Rumänien. Pop Verlag, Ludwigsburg 2013.

Anthologien und Literaturzeitschriften (Auswahl)

  • Michael Braun und Michael Buselmeier: Der gelbe Akrobat 2 - 50 deutsche Gedichte der Gegenwart, kommentiert. Poetenladen, Leipzig 2016.
  • Wulf Segebrecht (Hrsg.): Deutsche Balladen. Gedichte, die dramatische Geschichten erzählen. 2012.
  • Christoph Buchwald (Hrsg.): Jahrbuch der Lyrik, 1984, 2009.
  • Hans Bender (Hrsg.): Was sind das für Zeiten. Deutschsprachige Gedichte der achtziger Jahre. Hanser, München 1988
  • Michael Braun, Hans Thill (Hrsg.): Das verlorene Alphabet. Deutschsprachige Lyrik der neunziger Jahre. Wunderhorn, Heidelberg 1998.
  • Axel Kutsch (Hrsg.): Blitzlicht. Deutschsprachige Kurzlyrik aus 1100 Jahren. Landpresse, Weilerswist 2001.
  • Ernest Wichner (Hrsg.), Das Wohnen ist kein Ort. Texte und Zeichen aus Siebenbürgen, dem Banat und den Gegenden versuchter Ankunft. die horen, 32. Jg., Bd. 3/1987, Ausgabe 147;
  • Zeitschriften: Akzente, Litfass, die horen, Flugasche, Literaturbote, Neue Literatur, Nachtcafé, KulTour, Eiswasser, Das Plateau, Matrix, Spiegelungen, Sinn und Form, Bawülon - Nr. 2/2014 ist eine Sonderausgabe zum 60. Geburtstag Horst Samsons

Übersetzungen

  • Theodor Vasilache: Gegenschauspiel. Spectacol, Kriterion Verlag, Bukarest 1996.

Auszeichnungen

  • 1981 Lyrikpreis des Rumänischen Schriftstellerverbandes
  • 1982 Adam Müller-Guttenbrunn-Literaturpreis
  • 1988, 1989 Stipendiat des Deutschen Literaturfonds
  • 1992 Nordhessischer Lyrikpreis 1992
  • 1998 Lyrikpreis Meran (Förderpreis)
  • 2007 Literaturpreis „Das beste deutsche Delfingedicht“ der Gesellschaft zum Schutz der Delfine e. V. und der Literaturzeitschrift „Das Gedicht“, München
  • 2014 Gerhard-Beier-Preis der Hessischen Literaturgesellschaft
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References
http://banaterzeitungonline.wordpress.com/2011/02/23/brief-an-die-macht/
http://books.google.de/books?id=dRdcAAAAMAAJ&q=horst+samson+Ver%C3%B6ffentlichungsverbot&dq=horst+samson+Ver%C3%B6ffentlichungsverbot&hl=de&sa=X&ei=ObehUZyMKIPsiAflmIDAAg&sqi=2&ved=0CEgQ6AEwAw
http://books.google.de/books?id=lou-7qh98T4C&pg=PA155&lpg=PA155&dq=%22Neue+Banater+Zeitung%22&source=bl&ots=POi61Vhode&sig=I2nZZHMfxVFw-y9-PDoX0FVx2NI&hl=de&ei=5klMS9n-Ls7c-Qb0numDDQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=5&ved=0CBEQ6AEwBDgU#v=onepage&q=%22Neue%20Banater%20Zeitung%22&f=false
http://claus-stephani.de/archivalien/sag-mir-wo-die-spitzel-sind//
http://halbjahresschrift.blogspot.com.au/2010_09_01_archive.html
http://horst-samson.de/bio-biblio/
http://kulturraum-banat.de/Nachrichten/Bericht_Podiumsdiskussion_Ulm_Teil_2.pdf
http://swb.bsz-bw.de/DB=2.104/SET=1/TTL=1/CMD?retrace=0&trm_old=&ACT=SRCHA&IKT=2999&SRT=RLV&TRM=128935944
http://www.bad-vilbeler-anzeiger.de/kopfbereich/kontakt.html?no_cache=1
http://www.exil-pen.de/8.html
http://www.fr-online.de/bad-vilbel/journalist-aus-bad-vilbel-mit-herta-mueller-im-fadenkreuz,1472868,3057752.html
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