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Hans Nathan
The basics

Quick Facts

Was Jurist Lawyer
From Germany
Type Law
Gender male
Birth 1900, Görlitz, Germany
Death 1971, Berlin, Margraviate of Brandenburg (aged 71 years)
Politics Socialist Unity Party of Germany
The details (from wikipedia)

Biography

Hans Nathan (* 2. Dezember 1900 in Görlitz; † 12. September 1971 in Berlin) war ein deutscher Rechtsanwalt und Rechtswissenschaftler.

Leben und Wirken

Nathan wuchs in Görlitz als Sohn des Rechtsanwalts Albert Nathan und späteren Notars, dem um 1907 der Ehrentitel Justizrat verliehen wurde, in einer jüdischen Familie auf. Nach dem Abitur in Görlitz und einer halbjährigen Militärdienstzeit studierte Hans Nathan von 1919 bis 1921 Jura in Berlin, Marburg, München und Breslau. Er promovierte an der Breslauer Universität mit der Dissertation Die arglistige Erschleichung eines Urteils und absolvierte seinen juristischen Vorbereitungsdienst, das Rechtsreferendariat, in seiner Geburtsstadt und in Breslau. Nach Bestehen des Assessorexamens arbeitete er von 1922 bis 1924 in der Rechtsanwaltskanzlei seines Vaters in Görlitz am Postplatz. Von 1925 bis 1933 wirkte er gleichberechtigt als selbständiger Rechtsanwalt in Bürogemeinschaft mit seinem Vater in dessen Villa, Postplatz 6, und einem weiteren promovierten Juristen, der zudem Notar war. Seit 1928 gehörte der junge Rechtsanwalt Nathan der Deutschen Staatspartei an, in der unter anderem der spätere CDU-Politiker Otto Nuschke Mitglied war.

Aufgrund seiner Abstammung und möglicher Verfolgung im März 1933 durch den Nationalsozialismus emigrierte Nathan nach Prag. Dort gründete er einen Verlag nicht zuletzt zur Herausgabe von Publikationen für Deutschland. Er war Mitherausgeber von Die Weltbühne. Im Laufe des Jahres 1939 floh er mit seiner Familie weiter über Polen und Schweden nach England. Dort wurde er 1940 für drei Monate interniert. In Manchester arbeitete Nathan unter anderem als Busfahrer und war bis 1946 in der Verkehrsverwaltung von Manchester angestellt. 1942 war er Gründungsmitglied der FDJ in Manchester. Er war Mitgründer des Freien Deutschen Kulturbundes und einer Gruppe des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD), die von Gottfried Hamacher als Teil der in Großbritannien gegründeten Bewegung Freier Deutscher gezählt wird. In Manchester arbeitete er mit dem britischen Politiker der Labour-Partei und späteren Mitglied des Unterhauses Frank Julian Allaun (1913–2002) zusammen, dem er 1962 im Zusammenhang mit dem Tod des Grenzsoldaten Peter Göring (1940–1962) einen Brief im Sinne der damaligen Propaganda der DDR „zur Erhaltung des Friedens“ schrieb und darin in erster Linie eine „vernünftige Regelung des Westberlinproblems“ forderte.

Am 4. September 1946 kehrte Nathan nach Deutschland zurück und nahm seinen Wohnsitz in der damaligen Viersektorenstadt Berlin. Auf Empfehlung von Karl Polak (1905–1963) wandte er sich an die Juristen Ernst Melsheimer sowie Hilde Benjamin und er wurde Vortragender Rat in der Gesetzgebungsabteilung der Deutschen Justizverwaltung in der Sowjetischen Besatzungszone unter Eugen Schiffer (1860–1954), der ebenfalls einst der DDP angehört hatte. Nach Gründung der DDR 1949 wurde Nathan Leiter der „Hauptabteilung Gesetzgebung“ im Ministerium für Justiz unter Minister Max Fechner (1892–1973) und Präsident des Justizprüfungsamts. In den Jahren 1952/53 wirkte er als Chefredakteur der Fachzeitschrift Neue Justiz. Seit 1. Oktober 1952 arbeitete er zusätzlich als Professor mit vollem Lehrauftrag für Zivil-, Familien- und Zivilprozessrecht. Von 1954 bis 1962 übte er das Amt des Dekans der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin aus. In dieser Funktion zeichnete Nathan den „Landesrabbiner der DDR und von Groß-Berlin“ Martin Riesenburger (1896–1965) mit der Ehrendoktorwürde der Juristischen Fakultät aus. Im Jahre 1963 wurde er Direktor des von ihm als Zivilrechtler gegründeten Instituts für Erfinder- und Urheberrecht. Mit dem Patentrecht hatte Nathan sich bereits seit 1951 befasst. In den Ruhestand ging er 1966. Der kulturell interessierte Nathan engagierte sich besonders als Emeritus in seinem Heimatbezirk Berlin-Pankow für die Rathauskonzerte. Die Liebe zur Musik hatte seinen Ursprung im Elternhaus, wo er Klavierunterricht erhielt. Bei privaten Geselligkeiten spielte er dieses Instrument auch noch im höheren Lebensalter. Er warb im Frühjahr 1971 für das Konzert am 23. April im Pankower Ratsaal, als ihn eine Krankheit bereits ans Bett fesselte. Wie viele Wissenschaftler und Künstler wohnte Nathan zuletzt in einem Einfamilienhaus in der so genannten Intelligenzsiedlung in Schönholz, einer Ortslage im Westen des Berliner Ortsteils Niederschönhausen, in der Straße 201, in der vorübergehend die Schriftstellerin Irmgard Litten beheimatet war und auch der Historiker sowie Schriftsteller Heinz Kamnitzer wie auch der Rektor der Humboldt-Universität Walther Neye, danach Lehrstuhlinhaber für westdeutsches und ausländisches Zivilrecht, lebten. Zuvor bewohnte er nach Rückkehr aus der Emigration ein Mietshaus in der Pankower Kavalierstraße. Nathan pflegte bestehende familiäre Beziehungen nach West-Berlin, England und den USA, wobei seine „Westverwandtschaft“ als ein Grund für seine Entfernung aus dem Ministerium der Justiz der DDR angesehen wird.

Nathan starb nach langem schweren Leiden 1971 in Berlin-Pankow. Er hinterließ seine Ehefrau Marianne, geborene Staat (* 1900 in Löwenberg/Schlesien), mit der er seit 1925 verheiratet war, und zwei Töchter: Susanne Thompson und Sabine Nathan (* 1929). Letztere promovierte 1962 zum Dr. phil. an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Untersuchung über die Popularität und den literarischen Wert der Barsetshire-Reihe des englischen Schriftstellers Anthony Trollope (1815–1882), wobei sie sich auf die literarischen und kritischen Standards des 19. Jahrhunderts stützte. Sie arbeitete von 1971 bis 1975 als Hochschuldozentin für Englische Sprache und Literatur an der Universität Rostock und hatte danach ihren Lebensmittelpunkt wieder in Berlin, wo sie am 27. Juni 1996 der Historikerin Ute Schneider Auskunft zum Wirken ihres Vaters besonders in der frühen DDR gab. Sabine Nathan konnte im Mai 2009 ihren 80. Geburtstag begehen.

Auszeichnungen

  • Vaterländischer Verdienstorden (VVO) in Bronze (1959), Silber und Gold (1971). Den Vaterländischen Verdienstorden in Silber erhielt Nathan 1960 als Dekan der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin.
  • Banner der Arbeit (1965) als Professor mit Lehrstuhl und Direktor des Instituts für Erfinder- und Urheberrecht der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, insbesondere für seine „aufopferungsvolle Arbeit in Lehre und Erziehung auf dem Gebiet der Staats- und rechtswissenschaftlichen Forschung und der Gesetzgebung“.
  • Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933 bis 1945 (1958)
  • Ehrenbürgerrecht der Stadt Görlitz am 12. Juni 1971 verliehen anlässlich der 900-Jahrfeier von Görlitz

Werke (Auswahl)

  • Die arglistige Erschleichung eines Urteils
  • Rechtskraft und arglistige Urteilserschleichung. In: Neue Justiz, Jahrgang 1953, S. 447
  • Das Zivilprozessrecht der Deutschen Demokratischen Republik
  • Erfinder- und Neuererrecht der Deutschen Demokratischen Republik

Literatur (Auswahl)

  • Toeplitz, Heinrich: Zum Ausscheiden des Chefredakteurs Prof. Dr. Nathan (als Chefredakteur von Neue Justiz). In: Neue Justiz. Zeitschrift für Recht und Rechtswissenschaft, Berlin (Ost), Jahrgang 1953, S. 480 f.
  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender: Berlin 1954, Stichwort „Nathan, Hans“, Spalte 1649; Neunte Ausgabe, Berlin 1961; 10. Ausgabe, Berlin 1966, S. 1704; 11. Ausgabe 1970, Berlin 1971; 12. Ausgabe, Berlin/New York 1976, S. 2222
  • N. N.: Prof. Dr. Hans Nathan zum 60. Geburtstag. In: Neue Justiz, Berlin (Ost), Jahrgang 1960, S. 789 f.
  • Nathan, Hans: Die Entwicklung der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität. In: Neue Justiz, Berlin (Ost), Jahrgang 1960, S. 779–786.
  • Dirk Breithaupt: Nathan, Hans. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 745 (Digitalisat).
  • Andreas HerbstNathan, Hans. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.

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https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/128371/311/0/
https://digital.zlb.de/viewer/readingmode/15849331_1972/376/
https://digital.zlb.de/viewer/readingmode/15849352_1950/323/
https://www.deutsche-biographie.de/gnd13867647X.html#ndbcontent
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https://d-nb.info/455830711
https://d-nb.info/456555668
http://wiki.drafd.org/index.php/Hans_Nathan
https://www.sammlungen.hu-berlin.de/objekte/portraetsammlung-berliner-hochschullehrer/10757/
https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363;-1424.html?ID=2455
http://library.fes.de/afs/derivat_pdf/jportal_derivate_00021250/afs-1999-235.pdf
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