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Germany
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Ernst Gottfried Mahrenholz

Ernst Gottfried Mahrenholz

German politician
The basics
Quick Facts
Intro German politician
Countries Germany
Occupations Judge Politician Lawyer
Gender male
Birth 19 June 1929 (Göttingen, Göttingen, Lower Saxony, Germany)
Politics Social Democratic Party of Germany
Ernst Gottfried Mahrenholz
The details
Biography

Ernst Gottfried Mahrenholz (* 18. Juni 1929 in Göttingen) war als Professor, Rechtsanwalt sowie von 1981 bis 1994 als Richter am Bundesverfassungsgericht tätig, ab 1987 als dessen Vizepräsident.

Leben

Mahrenholz ist der Sohn des protestantischen Pastors und Kirchenmusikers Christhard Mahrenholz. Er studierte ab 1948 Theologie, Psychologie und Philosophie an der Universität Göttingen, später Rechtswissenschaften an den Universitäten Tübingen und Göttingen und wurde zum Dr. jur. promoviert. An diesen Universitäten wurde er Mitglied der christlichen Studentenverbindung Wingolf, aus denen er 1971 wieder austrat.

1959 wurde er Referent am Kirchenrechtlichen Institut der EKD, 1960 persönlicher Referent des niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf (SPD). Es folgten diverse Verwendungen in der Staats- und Kommunalverwaltung, etwa 1962/63 im niedersächsischen Kultusministerium und 1963–1965 als Leiter des Bauverwaltungsamtes der Landeshauptstadt Hannover.

1967 wurde Mahrenholz zum Direktor des Funkhauses Hannover des Norddeutschen Rundfunks gewählt. Ab 1970 war das SPD-Mitglied Mahrenholz als Staatssekretär Leiter der Staatskanzlei in Niedersachsen. 1974 wurde Mahrenholz niedersächsischer Kultusminister.

Nach der Wahl von Ernst Albrecht zum niedersächsischen Ministerpräsidenten im Februar 1976 blieb Mahrenholz der Politik als Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag verbunden; gleichzeitig ließ er sich als Rechtsanwalt nieder.

Verfassungsrichter

1981 wurde er zum Richter am Bundesverfassungsgericht berufen. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 24. März 1994 gehörte er dem zweiten Senat an, als dessen Vorsitzender er seit 1987 diente, wobei er gleichzeitig das Amt des Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts innehatte. Nachfolger auf seiner Planstelle war Jutta Limbach. Mahrenholz war während seiner Tätigkeit am Bundesverfassungsgericht unter anderem maßgeblich an Entscheidungen zum Hafturlaub bei lebenslänglicher Freiheitsstrafe, zur Stationierung von Mittelstreckenraketen (Pershing II) in der Bundesrepublik, zum Recht auf Kriegsdienstverweigerung, zur Kontrolle der

Nachrichtendienste durch den Bundestag, zur Lagerung chemischer Waffen, zur Stellung der fraktionslosen Abgeordneten im Bundestag, zur Unschuldsvermutung, zur Aussetzung des Restes einer lebenslangen Freiheitsstrafe, zum Schwangerschaftsabbruch sowie an der Entscheidung zum Vertrag von Maastricht beteiligt.

Weitere Ämter und Funktionen

Das Präsidium der Deutschen Sektion der Internationalen Juristen-Kommission wählte Ernst Gottfried Mahrenholz 1990 zum Vorsitzenden.

Seit 1991 ist Mahrenholz Honorarprofessor an der Juristischen Fakultät der Universität Frankfurt am Main.

Von 1998 bis 2003 war Mahrenholz Präsident der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft, dessen Ehrenpräsident er weiterhin ist. Er wurde auch Präsident der Deutsch-Israelischen Juristenvereinigung. Seit 2004 engagiert sich Mahrenholz als Stiftungsbeirat bei der Stiftung Pro Justitia, welche die Rechtstatsachenforschung fördert.

Veröffentlichungen

  • Ein Königreich wird Provinz - Über Hannovers Schicksalsjahr 1866. MatrixMedia Verlag, Göttingen 2011, ISBN 978-3-932313-46-2.

Literatur

  • Rita Schoeneberg: Ernst Gottfried Mahrenholz, in dies.: 13 von 500000 Menschen aus Hannover, Hamburg: Urban-Verlag, 1999, ISBN 3-924562-04-0, S. 46–55
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