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Elvira Castner

Elvira Castner

Deutsche Lehrerin, Zahnärztin, Gründerin der ersten Gartenbauschule für Frauen
Elvira Castner
The basics

Quick Facts

Intro Deutsche Lehrerin, Zahnärztin, Gründerin der ersten Gartenbauschule für Frauen
From Germany
Gender female
Birth 1844, Sępólno Krajeńskie, Poland
Death 13 July 1923 (aged 79 years)
The details

Biography

Elvira Castner (Aufnahme vermutlich von 1914, anlässlich ihres 70. Geburtstages)

Elvira Castner (* 12. März 1844 in Zempelburg, Westpreußen; † 13. Juli 1923 in Berlin-Marienfelde) war eine deutsche Lehrerin, Zahnärztin und Frauenrechtlerin. Sie gründete 1894 die erste Gartenbauschule für Frauen.

Leben

Elvira Castner war das fünfte von zwölf Kindern des Apothekers und späteren Rittergutsbesitzers Philipp Castner (1803–1867) und seiner Frau Mathilde Nadal (1817–1898). Ihre Mutter, die sich um den elterlichen Garten kümmerte, vermittelte ihr und ihren Geschwistern schon früh ein Verständnis für den Gartenbau.

Von 1859 bis 1861 besuchte sie das 1. staatliche Lehrerinnenseminar in Posen. Anschließend arbeitete sie für kurze Zeit als Erzieherin, bevor sie eine Stelle als Lehrerin an der städtischen Volksschule in Jastrow (Westpreußen) antrat. Da sie eine chronische Heiserkeit entwickelt, musste sie diese Tätigkeit allerdings nach wenigen Jahren aufgeben.

Castner wollte Zahnmedizin studieren, da die deutschen Universitäten aber keine Frauen zum Studium zuließen, studierte sie von 1876 bis 1878 Zahnheilkunde in Baltimore in den USA. Nach dem Abschluss als Doctor of Dental Surgery kehrte sie nach Deutschland zurück, vertrat zuerst Henriette Hirschfeld-Tiburtius und eröffnete dann eine eigene Zahnarztpraxis in Berlin.

1891 erwarb sie ein Wohnhaus in Friedenau, in dessen Garten sie umfangreiche Gemüsekulturen und Obstbäume anpflanzte.

Obst- und Gartenbauschule für Frauen

Während ihres Amerika-Aufenthaltes fiel ihr im Hafen von Baltimore auf, wie hier große Mengen an Obst, insbesondere Äpfel, für den Export nach Deutschland verladen wurden. Sie hatte daraufhin die Idee, dass der Obstbau in Deutschland gefördert werden müsse. In ihren Augen war dies eine geeignete Aufgabe für junge Frauen.

Fast zwanzig Jahre später wollte Castner die damals entstandene Idee umsetzen und Gartenbauschulen für Frauen gründen. Zunächst versuchte sie, dafür eine Genossenschaft zu gründen, konnte aber nicht genug Interessenten für eine Beteiligung finden. Deshalb beschloss sie, ohne fremde Hilfe eine entsprechende Schule zu eröffnen.

Am 1. Oktober 1894 eröffnete Castner die erste Obst- und Gartenbauschule für Frauen auf den Grundstücken Fregestraße 40 und 41. Im ersten Jahr besuchten 7 Schülerinnen die Schule, im zweiten Jahr schon 16 Schülerinnen.

Obst- und Gartenbauschule in Marienfelde

Einige Jahre später bot sich ihr die Möglichkeit, in Marienfelde ein Areal von 14 Morgen zu kaufen, auf dem sie ein eigenes Schulhaus errichten ließ. 1899 siedelte die Gartenbauschule mit 32 Schülerinnen nach Marienfelde um, wo auf dem größeren Gelände die Möglichkeit bestand, mehr Schülerinnen an der Schule aufzunehmen. Dieses Gelände hatte die Adresse Berliner Straße 5–6 und lag zwischen der Bismarck- (seit 1947: Beißstraße) und Emilienstraße.

Im Durchschnitt besuchten jährlich zwischen 60 und 70 junge Frauen die Schule. Zu Castners 70. Geburtstag im Jahr 1913 hatten bereits fast 700 Frauen die Gartenbauschule besucht, nach 25 Jahren des Bestehens (1919) wurde die tausendste Anmeldung gezählt. Die Absolventinnen waren zwischen 16 und 50 Jahre alt, es gab für die Aufnahme als Schülerin keine Obergrenze für das Alter, allerdings wurde für die Aufnahme ein «Abgangszeugnis der ersten Klasse einer höheren Mädchenschule» verlangt.

Neben der zweijährigen Vollzeitausbildung bot die Schule auch Gartenbaukurse für Lehrerinnen an, die jeweils im Frühling und Herbst stattfanden. Diese Kurse wurden durch das Kultusministerium gefördert.

Castner leitete die Schule bis ins hohe Alter selbst und sorgte für eine stetige Weiterentwicklung des Lehrprogramms.

Die Obst- und Gartenbauschule wurde 1922 geschlossen, Gelände und Gebäude an die Deutsche Reichsbahn verkauft. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude zerstört.

Mitgliedschaften und Ehrungen

Castner war Mitglied ab 1894 Mitglied der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft.

Als Anerkennung für die Gründung der Gartenbauschule für Frauen verlieh die Kaiserin Castner das silberne Verdienstkreuz am weißen Bande.

Veröffentlichungen

  • Welche soziale Bedeutung hat die Beteiligung der Frauenarbeit im Gartenbau. 1897. 
  • Die Frau als Gärtnerin. 1900. 
  • Obst- und Gartenbau, ein Erwerbszweig f. gebildete Frauen. 1895. 
The contents of this page are sourced from Wikipedia article on 26 Dec 2019. The contents are available under the CC BY-SA 4.0 license.
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Reference sources
References
https://archive.org/details/genealogischesha155grli
http://www.apt-holtenau.de/holtenau-info/history/gartenbauschule.htm
http://www.zeno.org/Pataky-1898/A/Castner,+Frl.+Dr.+Elvira
https://archive.org/stream/diegartenwelt18berl#page/156/mode/2up/search/Obst-+und+Gartenbauschule+fur+Frauen
https://digital.zlb.de/viewer/image/01405003X_1898/2963/
https://digital.zlb.de/viewer/image/16173899_1898/465/
http://hup.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/92/chapter/HamburgUP_LASH96_Ordnung_Glade.pdf
https://digital.zlb.de/viewer/image/10089470_1921/5507/
https://archive.org/stream/diegartenwelt17berl#page/388/mode/2up/search/Obst-+und+Gartenbauschule+fur+Frauen
http://www.reifensteiner-verband.de/Marienfelde.pdf
https://d-nb.info/gnd/117648779
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