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Carl Vogl
German politician and theologian

Carl Vogl

Carl Vogl
The basics

Quick Facts

Intro German politician and theologian
Was Politician Religious scholar Theologian
From Germany
Field Religion Politics
Gender male
Birth 4 March 1866, Bechyně, Czech Republic
Death 5 December 1944, Vierzehnheiligen, Germany (aged 78 years)
Star sign Pisces
Politics Social Democratic Party of Germany
Carl Vogl
The details (from wikipedia)

Biography

Carl Vogl (* 4. März 1866 in Bechyně; † 5. Dezember 1944 in Vierzehnheiligen (Jena)) war ein Philosoph, evangelischer Theologe und religiöser Sozialist.

Leben

Er war der Sohn des katholischen Juristen und höheren Verwaltungsbeamten (Landeshauptmann und österreichischer Staatsrat) Johann Baptist Vogl. Auch die Vorfahren waren Juristen. Nach eigenen Worten erlebte er eine "schwärmerisch-fromme Kindheit" in einer hierarchisch organisierten, konservativ denkenden, monarchistisch überzeugten und katholisch orientierten Gesellschaftsschicht. Nach dem Besuch des Deutschen Staatsgymnasiums in Prag studierte er dort Philosophie, Philologie und Geschichte, dann auch in Berlin, Freiburg im Breisgau, Tübingen und Leipzig, wo er zum Doktor der Philosophie promovierte. Nach einer Periode der Wandlungen in seinen Überzeugungen konvertierte er zum evangelischen Glauben. Es folgte ein Studium der Theologie in Jena. Im Jahr 1895 wurde er in Meiningen zum Thüringer Pfarrer ordiniert, wurde Pfarrvikar in Steinach und Pfarrverwalter und schließlich 1898 Pfarrer in Leislau bei Camburg. Nachdem er einen Vortrag über das Parteienspektrum vor den Reichstagswahlen 1907 gehalten hatte, denunzierte ihn ein Rittergutsbesitzer beim Meininger Konsistorium. Er erhielt einen strengen Verweis und wurde nach Unterneubrunn versetzt. Auch von dort wurde er 1921 wieder versetzt nach Vierzehnheiligen. Vogl fand auf Grund seines jesuanischen Denkens früh Anschluss an den Religiösen Sozialismus und trat dem Bund der religiösen Sozialisten Deutschlands bei. Für ihn war die aufkommende Sozialdemokratie vergleichbar mit dem Wirken des barmherzigen Samariters in Jesu Gleichnis. Im Jahre 1924 wurde er in den Wartestand versetzt, 1930 trat er in den Ruhestand.

Vogl war ein entschiedener Gegner des Krieges. Im Jahr 1917 trat er der "Losen Vereinigung evangelischer Friedensfreunde" bei, die die "Erklärung deutscher Protestanten zur Friedensfrage" im Herbst 1917 veröffentlichte. Nach der Novemberrevolution wurde er als erster amtierender Pfarrer im Deutschen Reich 1919 für einige Zeit Mitglied im Landtag vom Freistaat Sachsen-Meiningen mit dem Mandat der SPD. Im Jahre 1926 nahm er an einer Reise der "Gemeinschaft proletarischer Freidenker Deutschlands" in die Sowjetunion teil, die ihn stark prägte. U.a. traf er dort mit Lenins Witwe Nadeschda Konstantinowna Krupskaja zusammen. In den 1920er Jahren engagierte er sich gegen die aufkommende Gefahr des Faschismus. 1926 trat er der "Bruderschaft sozialistischer Theologen Deutschlands" bei. Vogl starb – inzwischen innerlich weit entfernt von seiner evangelischen Landeskirche – 1944 als Emeritus im Pfarrhaus von Vierzehnheiligen.

Nachwirkung

In den 1980er Jahren besuchten drei sowjetische Akademiker Vierzehnheiligen, um sein Gab aufzusuchen, das nur mit einem schlichten Steinkreuz versehen ist. Daraufhin regten sie bei den staatlichen Stellen an, für den Antifaschisten einen Gedenkstein am Dorfplatz aufzustellen.

Eigene Werke

  • Der moderne Mensch in Luther, Jena 1908
  • David Hume: Über den menschlichen Verstand. Übersetzung, Leipzig 1910
  • Die evangelische Kirche und der Krieg, Leipzig 1918
  • Peter Cheltschizky – ein Prophet an der Wende der Zeiten, Zürich und Leipzig 1926
  • Peter Cheltschizky und die Böhmischen Brüder, Zürich und Leipzig 1928
  • Bekenntnisse eines Pfarrers, Wien, Berlin 1930

Herausgeber

  • Cheltschizky: Das Netz des Glaubens, Dachau 1924

Literatur

  • Walter Bredendiek: Im Kleinen spiegelt sich das Große. Das Lebenswerk von Dr. Carl Vogl, = STANDPUNKT. Evangelische Monatsschrift Nr. 10 und 12, 1977, Nr. 2 und 4 1978
  • Michael Rudloff: Dr. Carl Vogl (1866–1944). Erinnerung an einen Grenzgänger, in: „Herbergen der Christenheit“ 1997/98. Jahrbuch für deutsche Kirchengeschichte, Leipzig 1998, S. 189–200.
  • Michael Rudloff: Carl Vogl und Emil Fuchs – Zwei außergewöhnliche Biographien im Schnittpunkt von Kirche und Arbeiterbewegung, in: Kurt Reiprich, Kurt Schneider, Helmut Seidel und Werner Wittenberger (Hg.): Christentum, Marxismus und das Werk von Emil Fuchs, Leipzig 2000, S. 54–67
  • Joachim Willems: Art. Vogl, Carl Theodor Johann Georg. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band XXV (2005), Sp. 1410–1414.
  • Joachim Willems: Das Wirken von Pfarrer Dr. phil. Carl Vogl als SPD-Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Meiningen. In: Thüringer Landtag (Hg.): Kirchen und kirchliche Aufgaben in der parlamentarischen Auseinandersetzung in Thüringen vom frühen 19. bis ins ausgehende 20. Jahrhundert. Weimar 2004, S. 73–81.
  • Joachim Willems: Pfarrer Dr. phil. Carl Vogl (1866–1944): Ein Grenzgänger zwischen Christentum, Anarchismus, Sozialismus und Spiritismus. In: Kirchliche Zeitgeschichte. Internationale Halbjahresschrift für Theologie und Geschichtswissenschaft Nr. 2 (2004), S. 396–418.
  • Joachim Willems: Typisierung von Revolutionskonzeptionen: Überlegungen zur Konstruktion eines mystisch-anarchistischen Typus. Fritzen, Florentine/ Bavaj, Riccardo: Deutschland – ein Land ohne revolutionäre Traditionen? Revolutionen im Deutschland des 19. und 20. Jahrhunderts im Lichte neuerer geistes- und kulturgeschichtlicher Erkenntnisse. Frankfurt/M. u. a. 2005, S. 29–42.
The contents of this page are sourced from Wikipedia article on 10 Apr 2020. The contents are available under the CC BY-SA 4.0 license.
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