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Anton Brunner

Anton Brunner

ďż˝¶sterreichischer Kriegsverbrecher
Anton Brunner
The basics

Quick Facts

Intro ďż˝¶sterreichischer Kriegsverbrecher
A.K.A. Brunner II
From Austria
Gender male
Birth 8 August 1898, Bregana, Croatia
Death 24 May 1946, Vienna, Austria (aged 47 years)
Star sign LeoLeo
Politics Nazi Party
The details

Biography

Anton Brunner (* 8. August 1898 in Bregana; † 24. Mai 1946 in Wien) war ein österreichischer Mitarbeiter der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien“, die praktisch dem Eichmannreferat im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) unterstand. Brunner war in seinen Funktionen mitverantwortlich für die Deportation von Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager und wurde dafür nach Kriegsende in Wien zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Biografie

Brunner siedelte aus Kroatien mit seinen Eltern nach Wien über und nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Als gelernter Buchhalter war er in den 1920er Jahren in einem Unternehmen tätig und war Mitglied in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) sowie der Gewerkschaft. Nachdem er 1934 arbeitslos geworden war, erhielt er nach dem „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich im März 1938 eine Arbeitsstelle als Sachbearbeiter bei dem Reichskommissar für die Wiedervereinigung. Seine Aufgaben umfassten dort in der Abteilung Vereinsstillhaltewesen die Abwicklung konfessioneller Vereine.

Brunner, seit 1939 Mitglied der NSDAP und kein SS-Angehöriger, wurde durch die Vermittlung von Adolf Eichmann ab Sommer 1939 in der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ in Wien tätig. Innerhalb dieser Dienststelle war Brunner mit der Finanzabwicklung der jüdischen Kultusgemeinden aus der Provinz sowie Umschulungsfragen befasst. Ab 1941 war sein Vorgesetzter in der Zentralstelle Alois Brunner, der dort als Brunner I in Abgrenzung zu Anton Brunner (Brunner II) bezeichnet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Anton Brunner in der Zentralstelle als Ressortleiter für die Internierung jüdischer Bürger in Sammellagern der Wiener Leopoldstadt verantwortlich. Bevor die jüdischen Menschen für Deportationstransporte in die Ghettos und Vernichtungslager aus den Sammellagern zusammengestellt wurden, erfolgten die von Mitte 1941 bis März 1943 durch Brunner geleiteten sogenannten „Kommissionierungen“. Diese umfassten auch die Abgabe einer Erklärung über die vorhandenen Vermögenswerte, die Abgabe von Wertsachen sowie Gepäckdurchsuchungen.

Im März 1943 wechselte Brunner in das „Zentralamt zur Regelung der Judenfrage“ nach Prag, die ehemalige „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Böhmen und Mähren“, und war dort bis Anfang Mai 1945 eingesetzt. Zwischenzeitlich gehörte Brunner von März bis Dezember 1944, auch aufgrund seiner ungarischen Sprachkenntnisse, dem Sonderkommando Eichmann in Budapest an. Dort war er an der Deportation der ungarischen Juden in das KZ Auschwitz beteiligt.

Nach Kriegsende

Brunner floh zu Beginn des Prager Aufstands am 5. Mai 1945 gemeinsam mit anderen Mitarbeitern des Zentralamtes in einer Wagenkolonne aus der Stadt. Er saß gemeinsam mit Ernst Girzick in einem Wagen, der aufgrund eines Defekts aus der Wagenkolonne ausscherte. Nach Kriegsende wurde Brunner verhaftet und vor dem Volksgericht in Wien angeklagt. Brunner wurde beschuldigt, an mindestens 48 Kommissionierungen in den Sammellagern des Zweiten Wiener Gemeindebezirks mitgewirkt zu haben und damit für die Deportation von 48.000 Juden verantwortlich gewesen zu sein. Holocaustüberlebende, die Opfer oder Zeugen von Brunners Demütigungen und Misshandlungen waren, belasteten Brunner in ihren Aussagen schwer. Nach einwöchiger Hauptverhandlung wurde Brunner am 10. Mai 1946 zum Tode (mit Vermögensverfall) verurteilt (LG Wien Vg 1 g Vr 4574/45) und am 24. Mai 1946 hingerichtet.

Literatur

  • Hans Safrian: Eichmann und seine Gehilfen. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-596-12076-4.
  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8.
The contents of this page are sourced from Wikipedia article on 10 Mar 2020. The contents are available under the CC BY-SA 4.0 license.
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Reference sources
References
http://de.doew.braintrust.at/dokumente/200605181352_n_44.pdf
https://web.archive.org/web/20150217004854/http://motlc.wiesenthal.com/site/pp.asp?c=gvKVLcMVIuG&b=395027
https://www.welt.de/print-welt/article582637/Regierungsbeschluss-Evakuieren.html
http://de.doew.braintrust.at/b140.html
http://www.ooegeschichte.at/fileadmin/media/migrated/bibliografiedb/hjstl_2002_0563-0601.pdf
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