Lukas Beckmann

German politician
The basics

Quick Facts

IntroGerman politician
PlacesGermany
isPolitician
Work fieldPolitics
Gender
Male
Birth14 September 1950
Age74 years
Politics:Alliance '90/The Greens
The details

Biography

Lukas Beckmann (* 14. September 1950 in Hilten, heute Neuenhaus, Niedersachsen) ist ein ehemaliger deutscher Politiker von Bündnis 90/Die Grünen und war von 1994 bis 2010 Fraktionsgeschäftsführer der grünen Bundestagsfraktion.

Leben

Beckmann wuchs in Wilsum an der Grenze zu den Niederlanden als Sohn eines Landwirtes auf und arbeitete zunächst ebenfalls als Landwirt auf dem elterlichen Hof. Seine Hochschulreife holte er über den zweiten Bildungsweg nach und studierte von 1973 bis 1978 Soziologie an den Universitäten Bonn und Bielefeld.

In den 1970er Jahren war Beckmann in Umwelt- und Dritte-Welt-Gruppen sowie in der christlichen Jugendarbeit aktiv. 1978 gehörte er zu den Initiatoren der Bunten Liste Bielefeld. Er engagierte sich an der von Joseph Beuys gegründeten Freien Internationalen Universität und zählte zu den Initiatoren des „Koordinierungsausschusses“ der Friedensbewegung. Dort führte er einen heftigen Kampf gegen die moskautreuen Mitglieder und sozialdemokratisch eingestellte Aktivisten.

1979 – noch vor der Gründung der grünen Partei – übernahm er als hauptamtlicher Bundesgeschäftsführer der SPV die Grünen den Europawahlkampf. Die Position des Bundesgeschäftsführers behielt er nach der Umwandlung in eine politische Partei bis 1984 bei.

Lukas Beckmann 1983

Am 12. Mai 1983 enthüllten Lukas Beckmann, Petra Kelly, Gert Bastian, Roland Vogt und Gabriele Potthast auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin zwei Transparente mit den Aufschriften „Die Grünen – Schwerter zu Pflugscharen“ und „Die Grünen – Jetzt anfangen: Abrüstung in Ost + West“, um für eine Abrüstung in Ost wie West zu demonstrieren und gleichzeitig die unabhängige Friedensbewegung in der DDR zu unterstützen. Auch danach pflegte Beckmann engen Kontakt mit der DDR-Opposition, was auf heftigen Widerstand innerhalb der Grünen Partei – besonders durch den später als Mitarbeiter der Stasi enttarnten Dirk Schneider – stieß. Später hatte er die deutsche Botschaft in Pretoria besetzt, um gegen die Apartheid zu demonstrieren.

Von 1984 bis 1987 war er zusammen mit Jutta Ditfurth und Rainer Trampert einer der drei gleichberechtigten Bundesvorstandssprecher der Partei. Beckmann bildete zusammen mit Eva Quistorp, Norbert Kostede und Hellmut Wiesenthal und Brigitte Berthold in der von Flügelkämpfen geprägten Partei ein wertkonservatives, realpolitisches Gegengewicht zur fundamentalistischen Radikalökologin Ditfurth und dem Ökosozialisten Trampert. Seine Arbeit als Bundesvorstandssprecher verrichtete Beckmann ehrenamtlich und lebte in dieser Zeit von Arbeitslosengeld. Als er 1987 eine Koalition mit der CDU als machtpolitische Alternative ins Spiel brachte, geriet er unter starken innerparteilichen Druck und verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Die Position als Bundesvorstandssprecher war das einzige parteiinterne Wahlamt, das Beckmann je innehatte.

1986 bereitete Beckmann die Gründung einer parteinahen Stiftung vor und gründete 1988 den Verein Mehr Demokratie mit. Er ist Mitglied seines Kuratoriums. Bis 1991 arbeitete er als Gründungsgeschäftsführer der Heinrich-Böll-Stiftung.

Ab 1991 arbeitete er für die Bundestagsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen. Nachdem die Grünen bei der Bundestagswahl 1994 den Wiedereinzug in den Bundestag als Fraktion schafften, wurde Beckmann Fraktionsgeschäftsführer der grünen Bundestagsfraktion. Er hatte diese Position 16 Jahre inne.

Von März 2011 bis März 2017 war Lukas Beckmann als Vorstandsmitglied für die GLS Treuhand tätig. Lukas Beckmann wurde am 1. März 2017 in den Ruhestand verabschiedet.

Beckmann ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Siehe auch

  • Geschichte von Bündnis 90/Die Grünen
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